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Garten-Wissen · MischkulturAktualisiert am 23. Oktober 2026

Tomaten: gute und schlechte Nachbarn

Gute Nachbarn für Tomaten sind Basilikum, Weißkohl, Knoblauch, Petersilie, Knollensellerie, Porree und Kopfsalat. Kartoffeln setzt du auf ein anderes Beet, denn die Kraut- und Braunfäule befällt beide. Abstand halten außerdem Erbse, Fenchel, Gurke, Kürbis und die nahen Verwandten Paprika und Aubergine. Für Basilikum und Kohl gibt es Feldversuche, die übrigen Paare stammen aus den Mischkulturtabellen von Fachstellen.

Tomate „Rouge grosse hâtive“, Stich aus Vilmorin-Andrieux, „Les plantes potagères“, 1904. Gemeinfrei.
So liest du die Tabelle

Bei jedem Nachbarn der Tomate steht, woher das Urteil stammt. „Im Versuch geprüft“ steht bei Paaren, deren Ertrag oder Schädlinge ein Feldversuch gemessen hat. „Fachstellen empfehlen“ und „Fachstellen raten ab“ stehen bei Paaren aus den Mischkulturtabellen von Gartenakademien und Umweltverbänden, die Gärtnererfahrung sammeln. Die Zahl davor sagt, wie viele Fachstellen das Paar so führen.

Nachbarn-Tabelle

Welche Nachbarn passen zur Tomate?

Die Tomate verträgt sich mit vielen Gemüsen und Kräutern. Zwei ihrer Partner hat ein Feldversuch gemessen, Basilikum und Weißkohl. Mit Rosenkohl brachte ein Versuch keinen Vorteil. Tipp auf eine Zahl, und du siehst die Quelle.

passt Gute Nachbarn

NachbarBelegHinweis
Basilikumim Versuch geprüftEin Beet mit Tomaten und Basilikum brachte im Versuch im Mittel rund 20 Prozent mehr Ertrag als dieselbe Fläche mit getrennten Beeten, am meisten bei dichter Pflanzung mit viel Basilikum.
Weißkohlim Versuch geprüftKohl zwischen Tomaten hatte im Versuch weniger Schaden durch die Kohlmotte, so wenig wie nach einer Spritzung mit Insektizid.
Blumenkohlzwei Fachstellen empfehlen
Brokkolizwei Fachstellen empfehlen
Knoblauchzwei Fachstellen empfehlen
Knollenselleriezwei Fachstellen empfehlen
Kopfsalatzwei Fachstellen empfehlen
Petersiliezwei Fachstellen empfehlen
Porreezwei Fachstellen empfehlen
Buschbohneeine Fachstelle empfiehlt
Kohlrabieine Fachstelle empfiehlt
Mangoldeine Fachstelle empfiehlt
Möhreeine Fachstelle empfiehlt
Radiescheneine Fachstelle empfiehlt
Spinateine Fachstelle empfiehlt
Zucchinieine Fachstelle empfiehlt
Zuckermaiseine Fachstelle empfiehlt

kein Vorteil Im Versuch ohne Vorteil

NachbarBelegHinweis
Rosenkohlim Versuch geprüftIm Versuch brachten Tomate und Rosenkohl zusammen keinen Ertragsvorteil gegenüber getrennten Beeten. Die Mischkulturtabellen führen Kohl als Partner der Tomate.

lieber Abstand Lieber mit Abstand

NachbarBelegHinweis
Kartoffeldrei Fachstellen raten abDie Kraut- und Braunfäule befällt beide. Der Pilz überwintert meist in Kartoffelknollen und breitet sich von dort aus.
Erbsezwei Fachstellen raten ab
Fenchelzwei Fachstellen raten ab
Aubergineeine Fachstelle rät abBeide gehören zu den Nachtschattengewächsen.
Gurkeeine Fachstelle rät ab
Kürbiseine Fachstelle rät ab
Paprikaeine Fachstelle rät abBeide gehören zu den Nachtschattengewächsen.

Alle Paare aus allen Arten findest du in der Mischkulturtabelle. Steckbrief und Anbau: Tomate im Pflanzenlexikon.

Beetreihe prüfen

Wer darf neben deine Tomaten?

Stell deine Beetreihe zusammen: links und rechts der Tomate je ein Nachbar, dazu das, was letztes Jahr auf dem Beet stand. Das Ergebnis zeigt dir für jeden Nachbarn das Urteil mit Beleg und ob die Tomate als Folgekultur passt.

Was stand letztes Jahr auf diesem Beet?
Deine Beetreihe
passtBasilikum
dein GemüseTomate
lieber AbstandKartoffel

Kartoffel steht lieber auf einem anderen Beet.

  • passt Links: Basilikum, im Versuch geprüft. Ein Beet mit Tomaten und Basilikum brachte im Versuch im Mittel rund 20 Prozent mehr Ertrag als dieselbe Fläche mit getrennten Beeten, am meisten bei dichter Pflanzung mit viel Basilikum.
  • lieber Abstand Rechts: Kartoffel, drei Fachstellen raten ab. Die Kraut- und Braunfäule befällt beide. Der Pilz überwintert meist in Kartoffelknollen und breitet sich von dort aus.

Vorfrucht

passt Nach Kreuzblütlern wie Kohl, Radieschen, Rettich passt die Tomate als Folgekultur.

Im Planer

Das ganze Beet planen

Im Gartenplaner setzt du Tomaten und ihre Partner mit den richtigen Abständen ins Beet und siehst die Nachbarn direkt daneben.

Zum Gartenplaner
Basilikum

Basilikum zwischen die Tomaten

Stich einer buschigen Basilikumpflanze mit vielen kleinen Blättern
Basilikum „grand“, 1904.

Basilikum ist der am besten untersuchte Partner der Tomate. In einem Gartenversuch in den USA brachten Beete mit Tomaten und Basilikum im Mittel rund 20 Prozent mehr Ertrag als dieselbe Fläche, aufgeteilt in ein Tomatenbeet und ein Basilikumbeet. Der Vorteil wuchs mit der Pflanzdichte und mit dem Anteil an Basilikum. Setz deshalb reichlich Basilikum dicht zwischen die Tomaten.

Den Geschmack der Früchte verändert der Nachbar nicht. Bei einer Blindverkostung über drei Jahre bekamen Tomaten aus dem Mischbeet keinen Vorzug vor Tomaten aus dem reinen Tomatenbeet. Wann Basilikum und Tomaten ins Freie dürfen, zeigt dir der Aussaatkalender für deinen Ort.

Kohl und Kräuter

Kohl, Sellerie und Knoblauch

Stich eines Kohlkopfs mit breiten, gewellten Außenblättern
Frühkohl, Stich aus Vilmorin-Andrieux, „Les plantes potagères“. Gemeinfrei.

Kohl zwischen Tomaten hatte in einem Feldversuch in Ghana weniger Schaden durch die Kohlmotte. Der Schutz war so wirksam wie eine Spritzung mit Insektizid. Mit Rosenkohl brachte ein zweiter Versuch keinen Ertragsvorteil gegenüber getrennten Beeten. Die Mischkulturtabellen führen Weißkohl, Brokkoli, Blumenkohl und Rosenkohl als Partner der Tomate.

Aus der Gärtnererfahrung stammt die Regel, Tomaten, Kohl und Sellerie zusammenzusetzen. Die Tomate soll den Kohlweißling vertreiben und den Sellerie vor Rost schützen. Knoblauch, Petersilie und Porree stehen in zwei Tabellen als gute Nachbarn. Kopfsalat, Radieschen und Spinat füllen die Lücken, solange die Tomaten klein sind. Ernte sie, bevor sie den Tomaten Licht und Platz nehmen.

Abstand

Kartoffeln auf ein anderes Beet

Stich mehrerer länglicher Kartoffelknollen nebeneinander
Kartoffel, Stich aus Vilmorin-Andrieux, „Les plantes potagères“. Gemeinfrei.

Tomate und Kartoffel teilen sich einen Schaderreger. Der Pilz Phytophthora infestans löst an der Tomate die Kraut- und Braunfäule aus, an der Kartoffel die Kraut- und Knollenfäule. Er überwintert meist in Kartoffelknollen, die nach der Ernte im Boden, im Kompost oder auf dem Abfallhaufen liegen geblieben sind. Im Frühjahr breitet er sich bei Feuchtigkeit und über 10 °C von dort aus, Wind, Spritzwasser und Insekten tragen die Sporen weiter. An Kartoffeln zeigt sich die Krankheit meist früher, an Tomaten bei Regen und Temperaturen um 20 °C oft ab Ende Juni.

Trenne beide Kulturen deshalb weiträumig. Großzügige Abstände zwischen den Tomaten lassen das Laub nach Regen schneller abtrocknen. Gieß direkt an den Stamm, dann bleiben die Blätter trocken. Wie du die Krankheit erkennst, steht im Artikel Braunfäule an Tomaten.

Paprika und Aubergine gehören wie Tomate und Kartoffel zu den Nachtschattengewächsen. Eine Mischkulturtabelle führt beide als ungünstige Nachbarn der Tomate, ebenso die Gurke. Erbse und Fenchel stehen in zwei Tabellen unter den schlechten Nachbarn, der Kürbis in einer.

Ein Tomatenbeet zum Nachpflanzen

In die Mitte kommen die Tomaten, dazwischen reichlich Basilikum. Am Rand wachsen Knoblauch und Petersilie, in den Lücken Kopfsalat und Radieschen. Plane jede Pflanze mit ihrer Endgröße. Zu enger Stand ist der häufigste Fehler im Garten, die Pflanzen nehmen sich dann gegenseitig Licht und Luft.

Beet im Planer anlegen
Fruchtfolge

Was vor und nach Tomaten wächst

Mit rund 20 Gramm Stickstoff je Quadratmeter im Freiland braucht die Tomate mehr als Zwiebel mit 13 oder Buschbohne mit elf Gramm, im Gewächshaus sind es 35 Gramm. Nach Tomaten passen Kreuzblütler wie Kohl und Radieschen oder Gänsefußgewächse wie Spinat, Mangold und Rote Bete. Kartoffel, Paprika und Aubergine folgen nicht auf Tomaten, sie gehören zur selben Familie. Welches Gemüse wie viel Stickstoff braucht, steht im Artikel Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer.

Davor passen

Kreuzblütler (Kohl, Radieschen, Rettich), Korbblütler (Salat, Endivie), Doldenblütler (Möhre, Sellerie, Petersilie), Gänsefußgewächse (Spinat, Mangold, Rote Bete), Hülsenfrüchte (Erbse, Bohne) und Liliengewächse (Zwiebel, Porree, Knoblauch), außerdem Feldsalat, Zuckermais oder eine Gründüngung mit Phacelia.

Danach passen

Kreuzblütler (Kohl, Radieschen, Rettich) oder Gänsefußgewächse (Spinat, Mangold, Rote Bete).

Zurück auf dasselbe BeetNach drei Jahren

Dieselbe Art kommt frühestens nach drei Jahren wieder auf ihr Beet, Kohl und andere Kreuzblütler nach vier, Erbsen nach sechs bis sieben.

Woher wir das wissen

Woher wir das wissen

Die Nachbarn der Tomate stammen aus den Mischkulturtabellen des BUND, von „Natur im Garten“ in Niederösterreich und der Gartenakademie Rheinland-Pfalz. Die Regel zu Kartoffeln stützt sich auf die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum. Zu Basilikum und Rosenkohl gibt es eine Dissertation mit Gartenversuchen an der West Virginia University, zu Kohl einen Feldversuch aus Ghana. Die Bayerische Gartenakademie erklärt, warum Mischkulturen ohne genug Platz nicht wirken.

Hat ein Versuch ein Paar gemessen, zählt sein Ergebnis zuerst. Widerspricht sich eine Tabelle selbst, zählt sie für dieses Paar nicht. Wo eine Tabelle „Kohl“ schreibt, gilt das für Weißkohl, Rosenkohl, Brokkoli und Blumenkohl. Familien und Folgekulturen stammen von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, der Stickstoffbedarf von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Tomaten-Nachbarn

Was sind gute Nachbarn für Tomaten?

Basilikum, Kohl, Knoblauch, Petersilie, Knollensellerie, Porree, Kopfsalat, Radieschen, Spinat, Möhre und Buschbohne. Basilikum bringt im Versuch rund 20 Prozent mehr Ertrag pro Fläche, Kohl zwischen Tomaten hat weniger Kohlmotten.

Was darf nicht neben Tomaten?

Kartoffeln, weil die Kraut- und Braunfäule beide befällt. Ungünstig sind außerdem Erbse, Fenchel und Kürbis sowie Paprika, Aubergine und Gurke.

Passen Tomaten und Basilikum zusammen?

Ja. Beete mit beiden brachten im Versuch rund 20 Prozent mehr Ertrag als getrennte Beete, am meisten bei dichter Pflanzung mit viel Basilikum. Den Geschmack der Tomaten veränderte das Basilikum in einer Blindverkostung nicht.

Passen Tomaten und Gurken zusammen?

Lieber nicht im selben Beet. Eine Mischkulturtabelle führt die Gurke als ungünstigen Nachbarn der Tomate. Welche Partner Gurken mögen, steht bei den guten Nachbarn für Gurken.

Wie weit müssen Tomaten von Kartoffeln entfernt stehen?

So weit, wie dein Garten es zulässt, mindestens auf einem anderen Beet. Die Fachstellen raten zu einer weiträumigen Trennung, weil der Pilz der Braunfäule mit Wind und Spritzwasser von den Kartoffeln auf die Tomaten gelangt.

Was pflanze ich nach Tomaten?

Kohl, Kohlrabi oder Radieschen aus der Familie der Kreuzblütler oder Spinat, Mangold und Rote Bete aus der Familie der Gänsefußgewächse. Kartoffel, Paprika und Aubergine gehören zur Familie der Tomate und folgen nicht direkt auf sie.

Passen Tomaten und Paprika zusammen?

Eine Mischkulturtabelle rät davon ab. Beide gehören zu den Nachtschattengewächsen und folgen in der Fruchtfolge nicht aufeinander.

Weiterlesen
Quellen

Quellen

  1. Bomford, Michael K.: Yield, pest density, and tomato flavor effects of companion planting in garden-scale studies incorporating tomato, basil, and Brussels sprout. Dissertation, West Virginia University, 2004. orgprints.org/6614/
  2. Asare-Bediako, E.; Addo-Quaye, A. A.; Mohammed, A.: Control of diamondback moth (Plutella xylostella) on cabbage using intercropping with non-host crops. American Journal of Food Technology 5 (4), 2010, S. 269–274. doi.org/10.3923/ajft.2010.269.274
  3. Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland: Mischkultur – Gute und schlechte Nachbarn. www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/naturn…
  4. Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein: Fruchtfolge im Garten. www.lksh.de/fileadmin/PDFs/Gartenbau/Fruchtfolge_im_Garten.p…
  5. Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum: Kraut- und Braunfäule an Kartoffel und Tomate. 2020. isip.de/resource/blob/491610/5ef61618a744bc2a8cab49c160564b0…
  6. Natur im Garten, Niederösterreich: Mischkultur. Infoblatt, 2023. www.naturimgarten.at/files/content/files/mischkultur.pdf
  7. Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Gartenakademie Rheinland-Pfalz: Gemüsearten für den Hausgarten. www.dlr-rnh.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/857f32bab23bcd…
  8. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Bayerische Gartenakademie: Mischkulturen im Gemüsegarten. Merkblatt 2104. www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/2104-2020…
  9. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau: Düngung im Garten. Veitshöchheimer Bericht 189, 3. Auflage 2021. www.hswt.de/fileadmin/Redaktion/Hochschule/Organisation/Zent…

Tomate, Basilikum, Frühkohl und Kartoffel aus Vilmorin-Andrieux, „Les plantes potagères“, Paris 1904. Gemeinfrei, auf Petrol umgefärbt.