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Garten-Wissen · MischkulturAktualisiert am 23. Oktober 2026

Gurken: gute und schlechte Nachbarn

Gute Nachbarn für Gurken sind Dill, Fenchel, Kopfsalat, Knollensellerie, Zuckermais und Rote Bete. Mit Abstand pflanzt du Radieschen und die eigenen Verwandten Kürbis und Zucchini. Eine Fachstelle rät außerdem von Tomaten neben Gurken ab, und Studentenblumen zwischen Kürbisgewächsen kosteten im Versuch Ertrag.

Gurke, Stich aus Vilmorin-Andrieux, „Les plantes potagères“. Gemeinfrei.
So liest du die Tabelle

Bei jedem Nachbarn der Gurke steht, woher das Urteil stammt. „Im Versuch geprüft“ steht bei Paaren, deren Ertrag oder Schädlinge ein Feldversuch gemessen hat. „Fachstellen empfehlen“ und „Fachstellen raten ab“ stehen bei Paaren aus den Mischkulturtabellen von Gartenakademien und Umweltverbänden, die Gärtnererfahrung sammeln. Die Zahl davor sagt, wie viele Fachstellen das Paar so führen.

Nachbarn-Tabelle

Welche Nachbarn passen zur Gurke?

Gurken haben viele Partner. Fenchel und Kopfsalat empfehlen alle drei Mischkulturtabellen, die Gurken bewerten. Die schlechten Nachbarn sind überwiegend Verwandte aus der Familie der Kürbisgewächse.

passt Gute Nachbarn

NachbarBelegHinweis
Fencheldrei Fachstellen empfehlen
Kopfsalatdrei Fachstellen empfehlen
Dillzwei Fachstellen empfehlen
Knollenselleriezwei Fachstellen empfehlen
Rote Betezwei Fachstellen empfehlen
Zuckermaiszwei Fachstellen empfehlen
Blumenkohleine Fachstelle empfiehlt
Brokkolieine Fachstelle empfiehlt
Buschbohneeine Fachstelle empfiehlt
Knoblaucheine Fachstelle empfiehlt
Kohlrabieine Fachstelle empfiehlt
Paprikaeine Fachstelle empfiehlt
Petersilieeine Fachstelle empfiehlt
Rosenkohleine Fachstelle empfiehlt
Stangenbohneeine Fachstelle empfiehlt
Weißkohleine Fachstelle empfiehlt
Zwiebeleine Fachstelle empfiehlt

lieber Abstand Lieber mit Abstand

NachbarBelegHinweis
Tagetesim Versuch geprüftStudentenblumen zwischen Kürbisgewächsen kosteten im Versuch Ertrag und wirkten nicht gegen Nematoden. Als dichte Vorkultur, mindestens zwei Monate vor dem Gemüse, verringern sie bestimmte Nematoden.
Kürbiszwei Fachstellen raten abBeide gehören zu den Kürbisgewächsen.
Radieschenzwei Fachstellen raten ab
Tomateeine Fachstelle rät ab
Zucchinieine Fachstelle rät abBeide gehören zu den Kürbisgewächsen.

Alle Paare aus allen Arten findest du in der Mischkulturtabelle. Steckbrief und Anbau: Gurke im Pflanzenlexikon.

Beetreihe prüfen

Wer darf neben deine Gurken?

Wähle die Nachbarn links und rechts der Gurkenreihe und das, was letztes Jahr auf dem Beet stand. Du siehst für jedes Paar das Urteil mit Beleg und ob die Gurke als Folgekultur passt.

Was stand letztes Jahr auf diesem Beet?
Deine Beetreihe
passtDill
dein GemüseGurke
lieber AbstandRadieschen

Radieschen steht lieber auf einem anderen Beet.

  • passt Links: Dill, zwei Fachstellen empfehlen.
  • lieber Abstand Rechts: Radieschen, zwei Fachstellen raten ab.

Vorfrucht

passt Nach Liliengewächsen wie Zwiebel, Porree, Knoblauch passt die Gurke als Folgekultur.

Im Planer

Das ganze Beet planen

Im Gartenplaner legst du Gurken, Dill und Salat in Reihen an und siehst, welche Nachbarn sich vertragen.

Zum Gartenplaner
Dill und Salat

Dill, Salat und Fenchel

Stich eines geschlossenen Kopfsalats mit gewellten Blättern
Kopfsalat „blonde de Berlin“, Stich aus Vilmorin-Andrieux, „Les plantes potagères“, 1904. Gemeinfrei.

Fenchel und Kopfsalat stehen in allen drei Mischkulturtabellen als Partner der Gurke, Dill, Knollensellerie, Zuckermais und Rote Bete in zweien. Aus der Gärtnererfahrung stammt das Gespann aus Dill, Gurke und Salat. Der Salat soll Erdflöhe fernhalten, der Dill Blattläuse.

Blühende Partner wie Dill locken Bienen und Hummeln an, und die bestäuben die Blüten von Fruchtgemüse wie Gurken. Auf Flächen mit mehr Pflanzenarten leben mehr Nützlinge, und die Kulturen haben weniger Schäden durch Schädlinge. Kopfsalat ist schnell geerntet und füllt die Lücken, bis die Gurken das Beet ausfüllen.

Eine Tabelle nennt außerdem Zwiebel, Knoblauch, Busch- und Stangenbohne, Paprika und alle Kohlarten als gute Nachbarn, eine andere Kohlrabi und Petersilie.

Abstand

Kürbis, Zucchini und Radieschen

Stich eines runden, gerippten Kürbisses mit Stiel
Kürbis „marron“, Stich aus Vilmorin-Andrieux, „Les plantes potagères“, 1883. Gemeinfrei.

Gurke, Kürbis, Melone und Zucchini gehören zur Familie der Kürbisgewächse. Zwei Mischkulturtabellen trennen Gurke und Kürbis, eine trennt Gurke und Zucchini. Radieschen stehen in zwei Tabellen als ungünstige Nachbarn der Gurke. Die Tomate führt eine Tabelle ebenfalls unter den schlechten Nachbarn.

Studentenblumen

Studentenblumen als Vorkultur

Studentenblumen zwischen Kürbisgewächsen brachten in einem Versuch weniger Ertrag als ein reines Beet, gegen Nematoden wirkten sie dort nicht. Ihre Stärke liegt vor dem Gemüse. Säe sie dicht als Vorkultur, mindestens zwei Monate vor den Gurken und auf genau derselben Fläche, dann verringern sie bestimmte Nematoden im Boden.

Ein Gurkenbeet zum Nachpflanzen

Setz die Gurken in die Mitte des Beets. An die Seiten kommen Dill und Kopfsalat, an den Rand eine Reihe Zwiebeln oder Rote Bete. Leg die Reihen so, dass eine Hacke dazwischen durchpasst, dann kommst du zum Jäten und Ernten an jede Pflanze.

Beet im Planer anlegen
Fruchtfolge

Was vor und nach Gurken wächst

Gurken im Freiland brauchen rund 19 Gramm Stickstoff je Quadratmeter, im Gewächshaus 30 Gramm. Nach Kürbisgewächsen folgen Gänsefußgewächse wie Spinat und Mangold, Hülsenfrüchte wie Erbse und Bohne oder Liliengewächse wie Zwiebel und Porree. Vor den Gurken passen Zwiebeln, Porree und Knoblauch, außerdem Feldsalat, Zuckermais oder eine Gründüngung mit Phacelia. Kürbis, Zucchini und Melone folgen nicht direkt auf Gurken.

Davor passen

Liliengewächse (Zwiebel, Porree, Knoblauch), außerdem Feldsalat, Zuckermais oder eine Gründüngung mit Phacelia.

Danach passen

Gänsefußgewächse (Spinat, Mangold, Rote Bete), Hülsenfrüchte (Erbse, Bohne) oder Liliengewächse (Zwiebel, Porree, Knoblauch).

Zurück auf dasselbe BeetNach drei Jahren

Dieselbe Art kommt frühestens nach drei Jahren wieder auf ihr Beet, Kohl und andere Kreuzblütler nach vier, Erbsen nach sechs bis sieben.

Woher wir das wissen

Woher wir das wissen

Die Nachbarn der Gurke stammen aus den Mischkulturtabellen des BUND, von „Natur im Garten“ in Niederösterreich und der Gartenakademie Rheinland-Pfalz. Zu Studentenblumen zwischen Kürbisgewächsen gibt es eine Auswertung des Extension-Dienstes der University of Florida. Den Nutzen vielfältiger Beete für Nützlinge hat eine Übersichtsarbeit über mehr als 500 Versuche zusammengefasst.

Hat ein Versuch ein Paar gemessen, zählt sein Ergebnis zuerst. Widerspricht sich eine Tabelle selbst, zählt sie für dieses Paar nicht. Wo eine Tabelle „Kohl“ schreibt, gilt das für Weißkohl, Rosenkohl, Brokkoli und Blumenkohl. Familien und Folgekulturen stammen von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, der Stickstoffbedarf von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Gurken-Nachbarn

Was sind gute Nachbarn für Gurken?

Dill, Fenchel, Kopfsalat, Knollensellerie, Zuckermais und Rote Bete stehen in mehreren Mischkulturtabellen. Eine Tabelle nennt außerdem Zwiebel, Knoblauch, Bohnen und Kohl.

Was darf nicht neben Gurken?

Radieschen und die Verwandten Kürbis und Zucchini. Eine Tabelle rät außerdem von Tomaten ab.

Passen Gurken und Tomaten zusammen?

Lieber nicht im selben Beet. Eine Mischkulturtabelle führt die Tomate als ungünstigen Nachbarn der Gurke. Welche Partner Tomaten mögen, steht bei den guten Nachbarn für Tomaten.

Passen Gurken und Zucchini zusammen?

Eine Mischkulturtabelle rät ab. Beide sind Kürbisgewächse und folgen in der Fruchtfolge nicht aufeinander.

Warum gehört Dill neben Gurken?

Dill steht in zwei Mischkulturtabellen als guter Nachbar der Gurke. Nach der Gärtnererfahrung hält er Blattläuse fern, und als Blühpflanze lockt er Bienen und Hummeln an, die Gurkenblüten bestäuben.

Helfen Studentenblumen neben Gurken?

Zwischen Kürbisgewächsen kosteten sie im Versuch Ertrag und wirkten nicht gegen Nematoden. Als dichte Vorkultur, mindestens zwei Monate vor den Gurken, verringern sie bestimmte Nematoden.

Was pflanze ich nach Gurken?

Spinat, Mangold oder Rote Bete, Erbsen oder Bohnen, Zwiebeln oder Porree. Kürbis und Zucchini gehören zur Familie der Gurke und folgen nicht direkt auf sie.

Weiterlesen
Quellen

Quellen

  1. Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland: Mischkultur – Gute und schlechte Nachbarn. www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/naturn…
  2. Natur im Garten, Niederösterreich: Mischkultur. Infoblatt, 2023. www.naturimgarten.at/files/content/files/mischkultur.pdf
  3. Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Gartenakademie Rheinland-Pfalz: Gemüsearten für den Hausgarten. www.dlr-rnh.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/857f32bab23bcd…
  4. Krueger, Rob; Dover, Kathryn E.; McSorley, Robert; Wang, Koon-Hui: Marigolds (Tagetes spp.) for Nematode Management. UF/IFAS Extension ENY-056, 2019. edis.ifas.ufl.edu/publication/NG045
  5. Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein: Fruchtfolge im Garten. www.lksh.de/fileadmin/PDFs/Gartenbau/Fruchtfolge_im_Garten.p…
  6. Letourneau, Deborah K. u. a.: Does plant diversity benefit agroecosystems? A synthetic review. Ecological Applications 21 (1), 2011, S. 9–21. doi.org/10.1890/09-2026.1
  7. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Bayerische Gartenakademie: Mischkulturen im Gemüsegarten. Merkblatt 2104. www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/2104-2020…
  8. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau: Düngung im Garten. Veitshöchheimer Bericht 189, 3. Auflage 2021. www.hswt.de/fileadmin/Redaktion/Hochschule/Organisation/Zent…

Gurke, Kopfsalat und Kürbis aus Vilmorin-Andrieux, „Les plantes potagères“, Paris 1883 und 1904. Gemeinfrei, auf Petrol umgefärbt.