Kartoffelkrankheiten erkennen: Bilder, Ursachen und was hilft
Dunkle Blattflecken mit grauweißem Pilzrasen auf der Unterseite sind Kraut- und Knollenfäule, runde braune Flecken mit Ringen an älteren Blättern die Dürrfleckenkrankheit. Löcher im Laub mit gestreiften Käfern und roten Larven stammen vom Kartoffelkäfer. Zertifiziertes Pflanzgut, vorgekeimt und alle drei bis vier Jahre auf einem neuen Beet, hält die meisten Krankheiten fern.
Korkige braune Flecken auf der Schale: Gewöhnlicher Kartoffelschorf. Er schmälert die Optik, nicht den Geschmack. Schäl die Knollen und iss sie.
Braune Flecken mit Ringen an alten Blättern, schwarze Krusten auf der Schale oder welkende Stauden im Hochsommer: Dürrfleckenkrankheit, Rhizoctonia oder Welkepilze. Ernte reif und trocken, setz im nächsten Jahr auf ein anderes Beet.
Dunkle Blattflecken mit grauweißem Rand, Käfer und Larven im Laub oder ein schwarz faulender Stängelgrund: Krautfäule, Kartoffelkäfer oder Schwarzbeinigkeit. Nimm kranke Stauden heraus und sammel Käfer, Eier und Larven ab.
Wie sieht deine Kartoffel aus?
Leg ein Blatt oder eine Knolle neben die Bilder. Jede Karte führt zu ihrer Ursache und dazu, was hilft.
Jetzt handelnDunkle Flecken, grauer RandKrautfäule
Jetzt handelnKnolle innen braun, festKnollenfäule
Im Blick behaltenBraune Flecken mit RingenDürrfleckenkrankheit
Jetzt handelnGestreifter Käfer, orange EierKartoffelkäfer
Jetzt handelnRote Larven, Löcher im BlattKartoffelkäfer-Larven
GesundKorkige Flecken auf der SchaleKartoffelschorf
Im Blick behaltenSchwarze Krusten auf der SchaleRhizoctonia-Pocken
Fotos über Wikimedia Commons, zugeschnitten: Howard F. Schwartz, Colorado State University (CC BY 3.0 US), Jerzy Opioła (CC BY-SA 4.0), Adámozphoto (CC BY-SA 4.0), Dwight Sipler (CC BY 2.0), Clemson University, USDA Cooperative Extension Slide Series (CC BY 3.0 US). Einzelnachweise unter den Quellen.
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Was hat deine Kartoffel?
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Kraut- und Knollenfäule. Mehr dazu
- Erst gelblich-grüne, dann dunkle Flecken, unten ein grauweißer Pilzrasen am Rand zum gesunden Gewebe.
- Feuchte Luft und 10 bis 23 Grad lassen den Pilz wachsen.
Dein Plan
- Jetzt
- Nimm kranke Stauden heraus, das schützt die Knollen.
- Ernte erst, wenn die Schale fest ist.
- Gieß an den Fuß der Staude, nicht über das Laub.
- Nächstes Jahr
- Keim die Pflanzkartoffeln vor und leg sie ab 8 Grad Bodentemperatur.
- Wähl eine widerstandsfähige Sorte wie Orla, Laura oder Blaue Anneliese.
- Kauf zertifiziertes Pflanzgut mit blauer Banderole.
Kraut- und Knollenfäule: dunkle Flecken mit grauem Rand

Bei feuchtem Wetter zeigen sich auf den Blättern gelblich-grüne Flecken, die schnell dunkel werden. Auf der Blattunterseite wächst am Übergang zum gesunden Gewebe ein grauweißer Pilzrasen, der bei Trockenheit wieder verschwindet. Auch der Stängel kann befallen sein. Hohe Luftfeuchte und Temperaturen zwischen 10 und 23 Grad lassen den Pilz wachsen. In nassen Jahren trifft es das Kartoffellaub besonders oft.

Regen wäscht die Sporen von den Blättern in den Boden, dort stecken sie die Knollen an. Kranke Knollen tragen unregelmäßige, bleigraue Flecken, die später etwas einsinken. Darunter ist das Gewebe fest und braun, der Übergang zum gesunden Teil fließend. In solchen Knollen überwintert der Pilz und treibt im nächsten Frühjahr wieder mit aus.
- Erste kranke Stauden sofort herausnehmen. Wird das Kraut früh entfernt, stecken sich weniger Knollen an.
- Erst ernten, wenn die Schale fest ist. Lagerkartoffeln gräbst du zwei Wochen nach dem Absterben des Laubs bei trockenem Wetter.
- Kranke Knollen, Abfallhaufen und Kartoffeln, die im nächsten Jahr von selbst wieder austreiben, aus dem Garten bringen.
- Nächstes Jahr vorkeimen, Frühkartoffeln pflanzen und widerstandsfähige Sorten wählen. Frühe Sorten sind oft geerntet, bevor sich die Krautfäule ausbreitet.
Gieß Kartoffeln bei Trockenheit gründlich an den Fuß der Staude, nicht über das Laub. Weite Reihen, die in Hauptwindrichtung laufen, trocknen schneller ab. Wie die Braunfäule an Tomaten aussieht, steht im Artikel Braunfäule an Tomaten.
Dürrfleckenkrankheit: braune Flecken mit Ringen

Ab Juni zeigen sich auf den älteren Blättern scharf begrenzte, meist runde braune Flecken mit konzentrischen Ringen. Bei starkem Befall fließen sie zusammen, das braune Gewebe reißt auf und bricht heraus. Der Pilz mag es wärmer als die Krautfäule: Regen nach einer Trockenzeit und hohe Temperaturen fördern ihn, Beregnen ebenso. An der Knolle bilden sich eingesunkene Flecken, unter denen eine feste, bräunlich-schwarze Masse scharf vom gesunden Gewebe abgegrenzt ist.
- Gießen statt beregnen, an den Fuß der Staude.
- Ausgereifte Knollen bei trockenem Boden ernten, damit kein krankes Laub an die Schale kommt.
- Kraut nach der Ernte abräumen, der Pilz überwintert darauf und an Knollen.
Kartoffelkäfer: gestreifte Käfer, rote Larven

Der Käfer ist etwa einen Zentimeter groß und trägt zehn schwarze Längsstreifen. Seine Eier legt er in Paketen auf die Blattunterseite, erst hellgelb, später orangerot. Die Larven sind rot, später rotgelb, mit zwei Reihen schwarzer Punkte an den Seiten. Käfer und Larven fressen vom Blattrand her Löcher ins Laub und lassen Adern und Stängel stehen.

Die Käfer überwintern 20 bis 50 Zentimeter tief im Boden und fliegen ab Ende April oder Anfang Mai ein, sobald der Boden 10 Grad warm ist. Nach etwa zwei Wochen Fraß legen die Weibchen Eier, die Larven schlüpfen 10 bis 14 Tage später. Je nach Lage folgen zwei bis drei Generationen im Jahr.
- Ab dem ersten Käfer absammeln: Käfer, die orangen Eigelege unter den Blättern und die Larven.
- Kartoffeln, die von selbst wieder austreiben, ausreißen und das neue Beet weit weg von der letztjährigen Fläche anlegen.
- Vorkeimen gibt den Pflanzen einen Vorsprung. Schwebfliegen und Florfliegen sind Gegenspieler, die du mit Blüten im Garten förderst.
Schwarzbeinigkeit und Nassfäule
Ab Anfang bis Mitte Juni rollen sich die oberen Blätter einzelner Stauden ein, vergilben und welken. Die Triebe lassen sich leicht aus dem Boden ziehen, der Stängelgrund ist dunkelbraun bis schwarz verfault. Bakterien sind die Ursache. Sie kommen mit befallenem Pflanzgut ins Beet, frühes und tiefes Legen und nasskaltes Wetter im Frühjahr helfen ihnen.
Dieselben Bakterien machen Knollen im Lager weich und breiig. Eine dunkle Linie trennt den Brei vom gesunden Gewebe, aufgeschnitten riecht er modrig nach Keller. Ausbrechen kann die Fäule, wo es feucht ist und an Luft fehlt, schneller über Schalenverletzungen.
- Kranke Stauden samt Knollen herausnehmen.
- Nur gesundes Pflanzgut legen, nicht zu früh und nicht zu tief.
- Schonend ernten, kühl und trocken lagern und faule Knollen früh auslesen. Wo deine Ernte am besten liegt, steht in Kartoffeln lagern.
Welke im Hochsommer
Verticillium-Welke. In heißen Sommern werden an einzelnen Stauden die Blätter von der Spitze her gelb, rollen sich etwas ein, welken und hängen dürr am Stängel, von unten nach oben fortschreitend. Schneidest du den Stängel auf, sind die Leitbahnen braun. Leicht zu verwechseln ist das mit Trockenschaden.
Colletotrichum-Welke. Bei lang anhaltender Hitze welken Stauden nesterweise, die vertrockneten Blätter hängen am noch grünen Stängel. Am Stängelgrund und an den Knollen sitzen winzige schwarze Pünktchen, oft nur mit der Lupe zu sehen.
Gegen beide hilft eine weite Fruchtfolge. Die Erreger leben im Boden und befallen auch andere Pflanzen, deshalb gehört zur Fruchtfolge ein sauberes Beet. Wie du vier Beete über die Jahre verteilst, zeigt der Artikel Fruchtfolge im Gemüsegarten.
Schorf, Pocken und Wucherungen an der Knolle

Gewöhnlicher Schorf
Ungleichmäßig verteilte, korkartige braune Flecken auf der Schale, mal flach, mal netzartig gerissen, mal buckelig. Der Geschmack bleibt, du schälst nur mehr weg. Ein Bodenbakterium verursacht ihn, besonders auf leichten, luftigen Böden mit einem pH-Wert über 6 und bei Trockenheit im Juni und Juli, wenn sich die Knollen bilden.
- Zur Knollenbildung gezielt gießen.
- Vor Kartoffeln nicht kalken, dafür mit Kompost oder Gründüngung Humus aufbauen.
Pulverschorf
Kleine warzenartige Erhebungen auf der Schale werden größer, dunkel und reißen sternförmig auf. Heraus fällt eine braunschwarze Sporenmasse, zurück bleiben Höhlen. Er mag es kühl und feucht und kommt in Hausgärten vor, wo oft Kartoffeln stehen und gut gegossen wird. Er verbreitet sich über Reste kranker Knollen und Kartoffelschalen aus dem Kompost. Befallene Knollen gehören deshalb in den Müll, und das Beet wechselt.

Schwarze Pocken: Rhizoctonia
Schwarze Krusten auf der Schale sind Dauerkörper eines Bodenpilzes. Im Beet zeigt er sich durch lückigen Aufgang, braune Stellen an den Keimen, Stauden mit nur ein oder zwei Stängeln und einen grauweißen Belag am Stängelgrund. Oft bilden sich viele kleine, missgestaltete Knollen.
- Knollen mit Pocken nicht als Pflanzgut nehmen.
- Vorkeimen, in warmen Boden legen und nicht zu tief.
- Nach dem Absterben des Laubs nicht länger als zwei bis drei Wochen im Boden lassen.
Wucherungen wie Blumenkohl
Wucherungen, die meist von einem Auge ausgehen und von wenigen Millimetern bis Knollengröße reichen, deuten auf Kartoffelkrebs. Schon der Verdacht ist meldepflichtig. Melde dich beim Pflanzenschutzdienst deines Bundeslandes und verteil keine Erde von dieser Stelle im Garten.
Grüne Knollen und Fraßgänge
Grüne Stellen. Grüne Teile der Kartoffel enthalten giftiges Solanin, ebenso stark keimende Knollen. Ob deine Knolle noch in den Topf darf, sagt der Check in Grüne Kartoffeln.
Löcher und Gänge. Schmale Gänge quer durch die Knolle stammen meist vom Drahtwurm, große angefressene Knollen von Wühlmäusen. Wie du beide erkennst und was hilft, steht in Drahtwurm in Kartoffeln und Wühlmäuse vertreiben.
Gesunde Kartoffeln von Anfang an
- Zertifiziertes Pflanzgut, jedes Jahr neu. Selbst vermehrte oder gekaufte Speisekartoffeln tragen oft Viren, Bakterien oder Pilze, ohne dass man es sieht. Zertifiziertes Pflanzgut erkennst du an der blauen Banderole.
- Neues Beet. Kartoffeln stehen nur alle drei bis vier Jahre auf derselben Fläche.
- Vorkeimen. Vier bis fünf Wochen vor dem Pflanzen bei 12 bis 15 Grad hell auslegen, bis etwa zwei Zentimeter lange Triebe da sind. Gelegt wird ab 8 Grad Bodentemperatur, meist Mitte April bis Anfang Mai.
- Robuste Sorte. Orla, Laura und Blaue Anneliese gelten als widerstandsfähig gegen Kraut- und Knollenfäule, Cara als robust mit gesundem Blatt.
- Laub trocken halten. Gründlich in Abständen gießen, nicht über das Laub.
- Sauber abschließen. Kranke Knollen aus dem Garten bringen, schonend ernten, kühl und dunkel bei etwa 5 Grad lagern.
Viren übertragen Blattläuse. Auch kleine Bestände im Garten können so Nachbarflächen anstecken. Wie du vom Vorkeimen bis zur Ernte vorgehst, steht in Kartoffeln anbauen.
Häufige Fragen zu Kartoffelkrankheiten
Was sind die häufigsten Kartoffelkrankheiten im Garten?
Kraut- und Knollenfäule, Dürrfleckenkrankheit, Schwarzbeinigkeit, Schorf und Rhizoctonia. Dazu kommt der Kartoffelkäfer als häufigster Schädling.
Woran erkenne ich Krautfäule an Kartoffeln?
An Blattflecken, die erst gelblich-grün sind und schnell dunkel werden. Auf der Unterseite wächst bei feuchtem Wetter ein grauweißer Pilzrasen am Rand zum gesunden Gewebe.
Kann ich Kartoffeln mit Schorf essen?
Ja. Schorf mindert den Geschmack nicht, du schälst nur mehr weg.
Was sind die schwarzen Punkte auf meinen Kartoffeln?
Schwarze Krusten auf der Schale sind Dauerkörper des Pilzes Rhizoctonia. Solche Knollen nimmst du nicht als Pflanzgut.
Kann ich meine eigenen Kartoffeln wieder pflanzen?
Besser nicht. Eigene oder gekaufte Speisekartoffeln können unsichtbar mit Viren, Bakterien oder Pilzen befallen sein. Kauf jedes Jahr zertifiziertes Pflanzgut mit blauer Banderole.
Wann kommen die Kartoffelkäfer?
Ab Ende April oder Anfang Mai, sobald der Boden 10 Grad warm ist. Nach etwa zwei Wochen legen die Weibchen Eier unter die Blätter.
Welche Kartoffelsorten sind robust gegen Krautfäule?
Orla, Laura und Blaue Anneliese gelten als widerstandsfähig gegen Kraut- und Knollenfäule.
Quellen
- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Pflanzenschutz: Kartoffelkrankheiten. Merkblatt Integrierter Pflanzenschutz, 13. Auflage, Mai 2017. lfl.bayern.de/mam/cms07/publikationen/daten/merkblaetter/kar…
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Bayerische Gartenakademie: Die Kartoffel – tolle Knolle für Garten und Balkon. Merkblatt 2153, Mai 2020. www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/2153-2020…
- Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern: Gesunde Kartoffeln im Kleingarten. Faltblatt, November 2021. www.lallf.de/fileadmin/media/PDF/saatgut/LALLF_Flyer_gesunde…
- Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg, Pflanzenschutzdienst: Merkblatt Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata). Mai 2026. www.liebegg.ch/api/rm/BMS87K36FB9CB6K/2026-merkblatt-kartoff…
Stich: Kartoffel aus Vilmorin-Andrieux, Les plantes potagères, Paris 1883, gemeinfrei. Fotos über Wikimedia Commons: Krautfäule (Howard F. Schwartz, Colorado State University, CC BY 3.0 US), Knollenfäule, Dürrflecken und Rhizoctonia (Jerzy Opioła, CC BY-SA 4.0), Kartoffelkäfer (Adámozphoto, CC BY-SA 4.0), Larven (Dwight Sipler, CC BY 2.0), Kartoffelschorf (Clemson University, USDA Cooperative Extension Slide Series, CC BY 3.0 US). Zugeschnitten.

