Gurken- und Zucchinikrankheiten erkennen: Bilder, Ursachen und was hilft
Ein weißer, mehliger Belag ist Echter Mehltau, an Gurke und Zucchini der wichtigste Pilz. Eckige gelbe Flecken zeigen Falschen Mehltau, eine gelbgrüne Scheckung mit verbeulten Früchten ein Mosaikvirus. Faulen junge Früchte von der Spitze her, fehlte oft die Bestäubung oder ein Pilz sitzt in der welken Blüte.
Weißer Belag ab dem Spätsommer: Echter Mehltau. Die Ernte läuft meist weiter, für das nächste Jahr widerstandsfähige Sorten wählen.
Junge Früchte werden gelb oder faulen an der Spitze: Bestäubung fehlte, die Pflanze trägt zu viel oder eine Blüte fault an.
Eckige gelbe Flecken, Mosaik, welke Pflanze trotz feuchter Erde oder bittere Frucht: Falscher Mehltau, Virus, Welkepilz oder Bitterstoffe. Unten steht, was jeweils hilft.
Wie sieht deine Gurke oder Zucchini aus?
Leg ein Blatt oder eine Frucht neben die Bilder. Jede Karte führt zu ihrer Ursache und dazu, was hilft.
Im Blick behaltenWeiße, mehlige FleckenEchter Mehltau
Jetzt handelnEckige gelbe FleckenFalscher Mehltau
Jetzt handelnGescheckt, beulig, verdrehtMosaikvirus
Jetzt handelnMausgrauer, samtiger RasenGrauschimmel
Im Blick behaltenJunge Frucht fault an der SpitzeBlütenfäule, fehlende Bestäubung
Im Blick behaltenLäuse, gekräuselte TriebspitzenBlattläuse
Jetzt handelnFrucht schmeckt bitterBitterstoffe, nicht essen
Fotos über Wikimedia Commons, zugeschnitten: RoRo (CC0), Wee Hong (CC BY-SA 4.0), Downtowngal (CC BY-SA 4.0), Josef Schlaghecken (CC BY-SA 4.0, CC0), David B. Langston, University of Georgia (CC BY 3.0 US). Einzelnachweise unter den Quellen.
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Was hat deine Gurke oder Zucchini?
Drei Fragen. Der Check zeigt die wahrscheinliche Ursache und deinen Plan für jetzt und das nächste Jahr. Jede Maßnahme ist mit ihrer Quelle belegt.
Im Blick behalten
Echter Mehltau. Ein weißer, mehliger Pilzrasen. Mehr dazu
- Fleckiger weißer Pilzrasen, der zusammenfließt und die Blätter absterben lässt.
- Er entwickelt sich gut bei warmem, trockenem Wetter.
- An Gurken kommt Fruchtbefall gelegentlich vor.
Dein Plan
- Jetzt
- Gieß unten an die Pflanzen, die Blätter bleiben trocken.
- Dünge nicht über den Bedarf hinaus.
- Nächstes Jahr
- Wähl widerstandsfähige Sorten.
- Lass genug Abstand für Luft zwischen den Blättern.
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Echter Mehltau: weißer, mehliger Belag

Auf der Blattoberseite erscheint zuerst ein fleckiger, weißer Pilzrasen. Die Flecken fließen zusammen und bedecken das Blatt, es vertrocknet, wird braun und stirbt ab. Ältere Blätter erwischt es zuerst. Echter Mehltau entwickelt sich gut bei warmem, trockenem Wetter, seine Sporen keimen auch ohne Wasser auf dem Blatt. An Zucchini kommt er meist, wenn ab Mitte August die Nächte kühler werden und sich Tau bildet.
- Was hilft
- widerstandsfähige Sorten, genug Abstand, nicht überdüngen, nicht über die Blätter gießen
- Die Früchte
- Zucchini befällt er nicht direkt, an Gurken kommt Fruchtbefall gelegentlich vor
- Mittel
- welche im Garten zugelassen sind, steht im Artikel Mehltau bekämpfen
Falscher Mehltau: eckige gelbe Flecken

Auf den Blättern entstehen gelbe bis hellbraune, eckige Flecken. Die Blätter vergilben und sterben ab. Der Erreger, Pseudoperonospora cubensis, ist ein pilzähnlicher Organismus. Sind die Flecken da, heilt kein Mittel das Blatt mehr.
- Ernte, was reif ist, bevor das Laub abstirbt.
- Pflanz im nächsten Jahr widerstandsfähige Sorten.
Eckige Blattflecken: durchscheinend, später papierartig
Auf den Blättern entstehen durchscheinende, gelbliche Flecken, die von den Adern begrenzt werden. Bei hoher Luftfeuchte treten unten Schleimtröpfchen aus. Später werden die Flecken braun, trocken und papierartig und fallen aus. Auch Früchte können wässrige, dunkle Flecken bekommen. Der Erreger ist ein Bakterium, Pseudomonas syringae pv. lachrymans. Es kommt mit dem Saatgut oder überdauert auf Pflanzenresten. Wärme von 24 bis 28 °C und nasse Blätter fördern es.
- Was hilft
- gesundes Saatgut, Blätter trocken halten, im Gewächshaus lüften
- Fruchtfolge
- mindestens drei Jahre keine Kürbisgewächse auf dieses Beet
Mosaikviren: gescheckt, gekräuselt, beulige Früchte

Beim Gurkenmosaikvirus zeigen meist die jüngsten Blätter eine deutliche, mosaikartige Aufhellung. Die Früchte bekommen Warzen und Scheckung, die Pflanzen bleiben gestaucht. An Zucchini kräuselt sich die Blattspreite stark, die Früchte zeigen hellgrüne, eingesunkene Ringe. Beim Zucchini-Gelbmosaikvirus werden die Früchte beulig, stark verdreht und reißen auf, die Blätter sind gelb gescheckt und am Rand blasig. Beide Viren übertragen Blattläuse, beim Gurkenmosaikvirus soll eine Saugzeit von weniger als einer Minute genügen.
- Zieh kranke Pflanzen rechtzeitig heraus.
- Halt Unkraut kurz, die Vogelmiere eingeschlossen, und behalte Blattläuse im Blick.
- Wähl, wo es sie gibt, widerstandsfähige Sorten.
Grauschimmel: mausgrauer Rasen an Blüte und Frucht

Auf Blättern, Stängeln und um die Blütenansätze der Früchte wächst ein mausgrauer, samtiger Sporenrasen. Der Pilz befällt nur vorgeschädigtes Gewebe und braucht dafür Pflanzen, die nicht abtrocknen. Nächtlicher Tau erhöht das Risiko stark.
- Entfern befallene Pflanzenteile.
- Gieß nicht über Kopf und halt Blätter und Stängel trocken.
- Lüfte das Gewächshaus kräftig.
Junge Früchte werden gelb oder faulen an der Spitze

Nicht bestäubt. Eine Frucht entsteht nur, wenn Pollen von der männlichen auf die weibliche Blüte kommt, das erledigen vor allem Bienen. Die ersten Blüten einer Pflanze sind meist männlich. Hybrid-Zucchini bilden manchmal zuerst weibliche Blüten, die ohne männliche Blüten und Bienen in der Nähe nicht weiterwachsen. Fehlen die Bienen, hilft Handbestäubung mit einer frisch geöffneten Blüte, denn sie ist nur einen Tag empfänglich.
Blütenfäule. Ein grauer bis dunkler, haariger Pilzbelag erscheint zuerst auf alten Blüten und dann auf der Frucht. Entfern Blüten, die an jungen Früchten kleben, und befallene Früchte.
Zu viel Behang. Gurken von 8 bis 10 cm, die von der Spitze her vergilben und vertrocknen, hat die Pflanze abgestoßen. Das ist eine Wachstumsstörung, häufig bei starkem Fruchtansatz und trübem Wetter. Entfern bei sehr starkem Behang überzählige junge Früchte.
Welke trotz feuchter Erde: Fusarium und Sclerotinia
Fusarium-Welke. Gurken welken, obwohl der Boden feucht genug ist. Der Stängelgrund wird braun und rissig, manchmal mit rosa Pilzgeflecht, die Leitungsbahnen im Stängel färben sich braun. Der Pilz überdauert mehrere Jahre im Boden und befällt auch andere Kürbisgewächse. Entfern befallene Pflanzen sofort. Auf den widerstandsfähigen Feigenblattkürbis veredelte Gurken bleiben verschont.
Sclerotinia-Welke. Am Stängel wächst ein weißer, watteartiger Pilzrasen mit kleinen, harten, schwarzen Kugeln. Die Stängel faulen, die Pflanze welkt. Entfern befallene Pflanzen so, dass die schwarzen Kugeln nicht in den Boden fallen, und setz danach keine Tomaten, Paprika, Auberginen oder Salate auf dieses Beet.
Blattläuse, Spinnmilben und Minierfliegen
Blattläuse. Ab dem Frühsommer saugen grünliche bis fleischfarbene Läuse an Blättern, Triebspitzen und Blütenknospen. Die Triebe verkrüppeln, auf dem Honigtau siedeln sich Rußtaupilze an. Schütz ihre natürlichen Feinde: Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen. Mehr im Artikel Das hilft gegen Blattläuse.
Spinnmilben. Oben kleine gelbe Sprenkel, unten feine Gespinste mit winzigen Tieren. Bei trockenwarmem Wetter entsteht in einer Woche eine neue Generation. Raubmilben helfen im Gewächshaus, wenn es dort über 20 °C warm und die Luft feuchter ist.
Minierfliegen. Helle, verschlungene Gänge im Blatt, gefüllt mit schwarzen Kotkrümeln. Gelbtafeln zeigen, ob sie fliegen, im Gewächshaus helfen Schlupfwespen. Halt das Beet frei von Unkraut.
Gelb zwischen grünen Adern: Magnesiummangel
An den unteren und mittleren Blättern werden die Flächen zwischen den Adern gelb, die Hauptadern bleiben grün. Später verbräunen diese Felder. Magnesiummangel kommt vor allem auf leichten, sandigen, sauren Böden vor, zu viel Kali und Stickstoff verstärken ihn. Lass den Boden untersuchen. Auf sauren Böden helfen ein magnesiumhaltiger Dünger wie Bittersalz und dolomitischer Kalk. Mehr zu gelben Blättern an Kürbisgewächsen steht im Artikel Gelbe Blätter an der Kürbispflanze.
Bittere Zucchini: nicht essen
Zucchini enthalten natürliche Bitterstoffe. Je nach Sorte und Anbau können sie in hohen Mengen vorkommen. Ein ungewöhnlich bitterer Geschmack ist ein Warnzeichen: Probier ein Stück roh, bevor du kochst, und verwende bittere Früchte nicht. Alles über Ursachen und die Bitterprobe steht im Artikel Zucchini pflanzen.
So bleiben Gurke und Zucchini gesund
- Sorten wählen. Widerstandsfähige Sorten gegen Echten und Falschen Mehltau und Viren, wo es sie gibt.
- Laub trocken halten. Gieß unten, im Gewächshaus lüften, damit sich kein Tau bildet.
- Abstand lassen. Luft zwischen den Blättern bremst Mehltau.
- Fruchtfolge. Nach Krankheiten drei Jahre keine Kürbisgewächse auf dasselbe Beet.
- Spät pflanzen. Zucchini erst ab Mitte Mai, Vlies schützt in kalten Nächten.
- Regelmäßig ernten. Zucchini bei 10 bis 15 cm, bei gutem Wuchs jeden zweiten Tag.
Plan dein Gurkenbeet
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Zum PflanzendoktorHäufige Fragen zu Gurken- und Zucchinikrankheiten
Welche Krankheiten bekommen Gurken?
Am häufigsten Echter Mehltau, dazu Falscher Mehltau, Eckige Blattflecken, Grauschimmel, Welkepilze und das Gurkenmosaikvirus.
Welche Krankheiten bekommen Zucchini?
Am wichtigsten ist der Echte Mehltau, dazu Gurkenmosaik und Zucchini-Gelbmosaik, beide von Blattläusen übertragen.
Warum bekommen Gurken gelbe Blätter?
Eckige gelbe Flecken zeigen Falschen Mehltau, gelbe Felder zwischen grünen Adern Magnesiummangel, feine gelbe Sprenkel Spinnmilben. Ein weißer Belag, der die Blätter vergilben lässt, ist Echter Mehltau.
Warum faulen meine Zucchini an der Spitze?
Meist wurde die weibliche Blüte nicht bestäubt, oder ein Pilz wächst aus der welken Blüte in die Frucht. Bestäube von Hand und entfern anhaftende Blüten.
Warum werden kleine Gurken gelb und fallen ab?
Die Pflanze stößt Früchte ab, wenn sie viele trägt und lange wenig Licht bekommt. Nimm bei starkem Behang einige junge Früchte weg.
Kann ich Zucchini mit Mehltau essen?
Ja, Echter Mehltau befällt die Zucchinifrucht nicht direkt. Bittere Zucchini isst du dagegen nicht.
Hilft Spritzen gegen Mosaikviren?
Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich. Vorbeugen geht nur über die Blattläuse, die die Viren übertragen, und über das Entfernen kranker Pflanzen.
Quellen
- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Institut für Pflanzenschutz: Gurken und Zucchini. Krankheiten, Schädlinge und physiologische Störungen. Merkblatt, 1. Auflage Dezember 2014. www.lfl.bayern.de/mam/cms07/publikationen/daten/merkblaetter…
- Voigtländer, Bernd; Lattauschke, Gerald (Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, Gartenakademie): Anbau von Kürbissen im Kleingarten, Abschnitt Zucchini. Redaktionsschluss November 2002. publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/13406/documents/23732
- Carignan, Christa (University of Maryland Extension, Home & Garden Information Center): Key to common problems of squash. Geprüft von Jon Traunfeld. extension.umd.edu/resource/key-common-problems-squash
- Schuh, Marissa; Grabowski, Michelle (University of Minnesota Extension): Powdery mildew of cucurbits. Überprüft 2026. extension.umn.edu/diseases/powdery-mildew-cucurbits
- University of California, Statewide IPM Program: Powdery Mildew on Cucurbits. ipm.ucanr.edu/home-and-landscape/powdery-mildew-on-cucurbits…
- Johnson, Hunter Jr. (University of California Cooperative Extension): Fruit Set Problems in Squash, Melons, and Cucumbers in Home Gardens. Leaflet 21242, Juli 1980. ucanr.edu/media/242799
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Caution when eating bitter-tasting courgettes. Mitteilung Nr. 027/2015 vom 4. September 2015. www.bfr.bund.de/cm/349/caution-when-eating-bitter-tasting-co…
Stiche von Gurke und Zucchini aus Vilmorin-Andrieux, „Les plantes potagères“, Paris 1883, gemeinfrei. Fotos über Wikimedia Commons: „Cucurbita pepo ‚Zucchini Grey‘ (semillería Florensa) – first signs of powdery mildew“ von RoRo (CC0); „Downy mildew on leaves of Cucumis sativus“ von Wee Hong (CC BY-SA 4.0); „Zucchini yellow mosaic virus fruits and leaves“ von Downtowngal (CC BY-SA 4.0); „Zucchini mit Botrytis cinerea-1“ von Josef Schlaghecken (CC BY-SA 4.0); „Choanephora cucurbitarum“ von David B. Langston, University of Georgia (CC BY 3.0 US); Blattläuse von Josef Schlaghecken (CC0). Alle Fotos zugeschnitten. Zeichnungen: Rankwerk.