Tomaten düngen: wie viel, womit und wann
Im Beet bekommt die Tomate ihren Dünger zum größten Teil beim Pflanzen. Im Frühjahr arbeitest du höchstens 3 Liter Kompost pro Quadratmeter ein, beim Pflanzen bis zu 100 g Horndünger. Im Topf ist der Vorrat schneller aufgebraucht. Dort düngst du nach, sobald die ersten Früchte schwellen, alle 10 bis 14 Tage mit einem kaliumbetonten Flüssigdünger. Wie viel Gramm dein Beet oder dein Topf braucht, rechnet dir der Dünge-Rechner aus.
Eine Tomate im Freiland braucht über die Saison rund 20 g Stickstoff und 40 g Kalium (als Kaliumoxid) pro Quadratmeter, im Gewächshaus 35 g Stickstoff und 72 g Kalium. Vom Kalium braucht sie also doppelt so viel wie vom Stickstoff. Stabtomaten gehören zu den am stärksten gedüngten Pflanzen im Garten. Wie sich Stark-, Mittel- und Schwachzehrer unterscheiden, steht im Artikel Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer.
Wie viel Dünger braucht deine Tomate?
Wähl Beet oder Topf und gib die Fläche oder die Topfgröße an. Der Rechner nennt dir Kompost und Dünger in Gramm und sagt dir, wann du was gibst.
Für 2 m²: 6 Liter Kompost und 200 g Horndünger.
Wann du was gibst
- Im Frühjahr, vor dem Pflanzen
- 6 l Kompost einarbeiten, etwa 3 mm dick. Er deckt Phosphat ganz und Kalium zum großen Teil.
- Beim Pflanzen, Mitte Mai
- 200 g Horndünger auf einmal leicht einarbeiten. Grobe Späne geben ihren Stickstoff über Monate ab.
- Ab dem Fruchtansatz, nach Wunsch
- Alle 14 Tage flüssig nachdüngen bringt mehr Ertrag. Brennnesseljauche verdünnst du dafür 1:10.
- Ende August
- Danach keinen Horndünger mehr geben.
Starkzehrer richtig verteilen
Im Beetplaner siehst du, wo Tomaten und andere hungrige Gemüse stehen, und kannst die Düngung Beet für Beet planen.
Beet planenGelbe Blätter, braune Früchte?
Lad ein Foto hoch. Der Pflanzendoktor unterscheidet Nährstoffmangel von Krankheit und sagt dir, was hilft.
Foto hochladenKompost aus deiner Region
Reifer Kompost und Dünger von Kompostwerken und Gärtnereien in deiner Nähe, dann, wenn dein Plan ihn braucht.
Muster: Kompost aus dem NetzTomaten im Beet düngen

Im Frühjahr arbeitest du höchstens 3 Liter Kompost pro Quadratmeter ein, eine Schicht von etwa 3 Millimetern. Kompost deckt den Bedarf an Phosphat vollständig und den an Kalium zum großen Teil. Für den Stickstoff reicht er bei Gemüse nicht.
Den Stickstoff bringt Horndünger. In den Düngetabellen stehen Tomaten bei mittlerem Stickstoffbedarf, zusammen mit Sellerie, Kohlrabi und Lauch. Für sie gibst du bis zu 100 g Horndünger pro Quadratmeter und arbeitest die ganze Menge beim Pflanzen leicht ein. Gepflanzt wird Mitte Mai.
| Horndünger | Stickstoff | Wirkung |
|---|---|---|
| Hornmehl | 10 bis 14 %, meist knapp 13 % | nach etwa sechs Wochen ganz umgesetzt |
| Horngrieß, Hornspäne | 10 bis 14 % | über mehrere Monate, versorgt bis in den Sommer |
Horndünger setzt seinen Stickstoff verzögert frei und versorgt die Tomate so über den Sommer. 100 g Hornmehl bringen bei knapp 13 % rund 13 g Stickstoff. Nach Ende August gibst du keinen Horndünger mehr, selbst wenn die Packung das ganze Jahr erlaubt.
Humusreicher Boden
Ein Boden mit 1,5 % Humus setzt jedes Jahr rund 4 g Stickstoff pro Quadratmeter frei, einer mit 4 bis 8 % Humus mehr als 11 g. Hat dein Boden mehr als 4 % Humus, reicht im Frühjahr eine leichte Startgabe von einem Viertel der Menge, für Tomaten also 25 g Horndünger. Im Sommer braucht sie dann keinen weiteren Stickstoff. Den Humusgehalt zeigt eine Humusuntersuchung, die alle sechs bis zehn Jahre genügt.
Magerer, sandiger Boden
Auf leichtem Boden gibst du die Hälfte beim Pflanzen und die andere Hälfte drei bis vier Wochen später. Eine einzelne Stickstoffgabe sollte 10 g pro Quadratmeter nicht überschreiten. Für die zweite Gabe eignet sich Hornmehl, weil es schneller wirkt als grobe Späne.
Wildtomaten sind genügsamer als Stabtomaten und kommen mit flachgründigen, trockeneren Stellen zurecht. Im Gewächshaus dagegen brauchen Tomaten fast doppelt so viel Stickstoff wie draußen. Mehr zur Pflege der Triebe steht im Artikel Tomaten ausgeizen.
Tomaten im Topf düngen

Im Topf muss die Tomate ihre Früchte aus wenig Erde ernähren. Regelmäßiges Gießen und Düngen entscheiden deshalb über die Ernte. Nimm ein Gefäß mit mindestens 10 Litern und rund 30 Zentimetern Durchmesser. Für Tomaten sind Einzelgefäße ab 15 Litern die bessere Wahl, lieber zu groß als zu knapp.
- Füll den Topf mit Pflanzerde. Die meisten Pflanzerden aus dem Handel bringen eine Grunddüngung mit. Nimm torffreie Erde, der Umwelt zuliebe.
- Mischst du deine Erde selbst, gibst du 2 bis 3 g Volldünger je Liter dazu. Für einen 15-Liter-Topf sind das 30 bis 45 g.
- Sobald die ersten Früchte schwellen, düngst du alle 10 bis 14 Tage mit einem organischen, kaliumbetonten Flüssigdünger nach. Wie viel davon ins Gießwasser kommt, steht auf der Flasche.
- An heißen Tagen gießt du täglich. Gleichmäßig feuchte Erde hält die Früchte heil.
Wer im Topf ohne Flüssigdünger arbeiten will, düngt mit Hornmehl nach. Schafwollpellets geben ihre Nährstoffe nach und nach frei. Sie quellen auf und helfen der Erde, Wasser zu halten. Für Balkonkästen und kleinere Töpfe eignen sich Buschtomaten.
Wann Tomaten Dünger brauchen
Kräftige Jungpflanzen brauchen bis zur Blüte und zum Fruchtansatz nichts extra. Zu viel Stickstoff am Anfang treibt Blätter und verzögert Blüte und Fruchtansatz. Schädlinge finden solche Pflanzen attraktiver. Große, buschige Pflanzen mit wenigen Früchten sind die Folge. Im Beet leistet die Grunddüngung zum Pflanzen die Hauptarbeit, auf angereichertem Boden kommt die Tomate damit aus. Eine Nachdüngung alle 14 Tage ab dem Fruchtansatz holt mehr Ertrag heraus.
Seitlich wischen, um die ganze Saison zu sehen.
Kalium und Phosphat für Tomaten
Draußen braucht eine Tomate rund 40 g Kaliumoxid pro Quadratmeter, doppelt so viel wie Stickstoff. Den größten Teil davon liefert der Kompost. Im Topf übernimmt das der kaliumbetonte Flüssigdünger. Zeigt eine Bodenuntersuchung im Beet zu wenig Kalium, helfen chloridfreie Kalidünger wie Kalisulfat mit 50 % Kaliumoxid oder Kalimagnesia, das zusätzlich Magnesium bringt.
Phosphat deckt der Kompost vollständig. Bleib deshalb bei Düngern mit wenig Phosphat. Blaukorn etwa lässt die Phosphatwerte im Boden schnell steigen. Was dein Boden hat, zeigt eine Standard-Bodenuntersuchung mit pH-Wert, Phosphat, Kalium und Magnesium. Alle vier bis fünf Jahre reicht.
Früchte unten braun?
Schwankende Bodenfeuchte lässt Früchte platzen und führt zur Blütenendfäule. Gieß gleichmäßig, im Topf an heißen Tagen täglich. Ist die Ursache unklar, schick ein Foto an den Pflanzendoktor. Wenn die Früchte grün bleiben, hilft der Artikel Meine Tomaten werden nicht rot.
Tomaten mit Hausmitteln düngen
Kompost aus dem eigenen Garten bringt Phosphat und einen großen Teil des Kaliums mit. Den Stickstoff kannst du mit Brennnesseljauche nachlegen, einem Stickstoffdünger für stark zehrendes Gemüse.
- Gib 1 kg frische oder 200 g getrocknete Brennnesseln auf 10 Liter Wasser.
- Lass die Jauche zwei bis drei Wochen gären und rühr einmal am Tag um.
- Verdünn sie 1:10 mit Wasser und gieß sie in den Wurzelbereich.
Beinwelljauche setzt du genauso an und verdünnst sie ebenfalls 1:10 für die Wurzeln. Sie enthält Alkaloide, deshalb gibst du sie sparsam und nie flächig. Welche Pflanzen neben Tomaten wachsen und den Boden mit ihnen teilen, steht im Artikel Tomaten-Nachbarn.
Woher wir das wissen
Grundlage ist das Merkblatt 2202 der Bayerischen Gartenakademie an der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau zur Düngung im Gemüsegarten. Den Nährstoffbedarf von Freiland- und Gewächshaustomaten, den Stickstoffgehalt von Kompost und die Obergrenze für eine einzelne Gabe liefert die Düngungsreihe des Bayerischen Landesverbands für Gartenbau und Landespflege, erarbeitet mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Vom Landesverband stammt außerdem das Merkblatt zum Tomatenanbau im Hausgarten mit den Werten für den Topf.
Den Rhythmus der Nachdüngung im Topf nennt die Royal Horticultural Society. Die Rezepte für Jauchen stammen aus einem Merkblatt der Aktion „Natur im Garten“ beim Land Oberösterreich. Wie Tomaten auf zu frühen Stickstoff reagieren, beschreiben die University of California und die Kansas State University.
So rechnet der Rechner
Im Beet setzt er 3 Liter Kompost und 100 g Horndünger pro Quadratmeter an. Bei humusreichem Boden rechnet er mit einem Viertel davon und ohne weiteren Kompost, bei magerem Boden teilt er die Horngabe in zwei Hälften. Eine Hälfte von 50 g Hornmehl bringt rund 6,5 g Stickstoff und bleibt damit unter der Obergrenze von 10 g. Im Topf rechnet er mit 2 bis 3 g Volldünger je Liter, wenn die Erde keine Grunddüngung hat.
Häufige Fragen zum Tomatendünger
Welcher Tomatendünger ist der richtige?
Im Beet reichen Kompost im Frühjahr und Horndünger beim Pflanzen. Im Topf nimmst du ab dem Fruchtansatz einen organischen, kaliumbetonten Flüssigdünger. Wichtig ist ein Dünger mit wenig Phosphat, den bringt der Kompost schon mit.
Wann sollte ich Tomaten düngen?
Die Grunddüngung kommt beim Pflanzen Mitte Mai in die Erde. Nachgedüngt wird, sobald die ersten Früchte schwellen. Vor der Blüte braucht eine kräftige Jungpflanze keinen zusätzlichen Dünger.
Wie oft dünge ich Tomaten im Topf?
Ab dem Schwellen der ersten Früchte alle 10 bis 14 Tage mit Flüssigdünger. Ist die Erde ungedüngt, mischst du beim Pflanzen 2 bis 3 g Volldünger je Liter unter.
Welche Hausmittel eignen sich zum Tomaten düngen?
Kompost aus dem eigenen Garten und Brennnesseljauche. Die Jauche verdünnst du 1:10 und gießt sie an die Wurzeln. Beinwelljauche gibst du sparsam, weil sie Alkaloide enthält.
Wie viel Hornspäne brauchen Tomaten?
Bis zu 100 g Horndünger pro Quadratmeter, beim Pflanzen leicht eingearbeitet. Auf humusreichem Boden mit mehr als 4 % Humus genügen 25 g.
Reicht Kompost als Dünger für Tomaten?
Für Phosphat und den größten Teil des Kaliums ja. Stickstoff liefert Kompost für Gemüse zu wenig, deshalb kommt Horndünger dazu. Mehr als 3 Liter pro Quadratmeter und Jahr solltest du nicht geben.
Bis wann darf ich Tomaten düngen?
Horndünger gibst du höchstens bis Ende August. Im Topf kannst du Flüssigdünger geben, solange die Pflanze Früchte trägt.
Quellen
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Bayerische Gartenakademie: Hinweise zur praktischen Handhabung der Düngung im Gemüsegarten. Merkblatt 2202, Veitshöchheim, Dezember 2020. www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/infoschri…
- Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V. mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Institut für Gartenbau: In fünf Schritten zur erfolgreichen Düngung. Reihe „Düngung im Garten“, Bericht 2. www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/duengungs…
- Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V.: Tomatenanbau im Hausgarten. Reihe „Die bayerischen Obst- und Gartenbauvereine informieren“, München 2007. mv.gartenbauvereine.org/wp-content/uploads/2020/05/Tomatenan…
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Bayerische Gartenakademie: Balkongemüse. Der Gemüsegarten auf kleinstem Raum. Merkblatt 2105, Februar 2016. www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/2105-2016…
- Royal Horticultural Society: How to grow tomatoes. RHS Growing Guides. www.rhs.org.uk/Advice/Profile?PID=315
- Land Oberösterreich, Abteilung Land- und Forstwirtschaft, Aktion „Natur im Garten“: Brühen, Jauchen und Tees selbst gemacht. Vorbeugen und Düngen mit Rohstoffen aus der Natur. Februar 2018. www.land-oberoesterreich.gv.at/files/publikationen/LFW_infob…
- UC Marin Master Gardeners (University of California Cooperative Extension): Tips for Growing Great Tomatoes. Nach UC IPM und UC ANR Publication 8159, Februar 2012. oc4h.ucanr.edu/sites/default/files/2025-03/Tips%20for%20Grow…
- Honig, Ron (Kansas State University Research and Extension, Wild West District): Sidedressing Garden Vegetables. 5. Juni 2023. www.k-state.edu/news/wild-west-district/articles/2023/06/sid…
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Bayerische Gartenakademie: Jungpflanzen. Selbst anziehen oder kaufen? Merkblatt 2110, aktualisiert Mai 2020. www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/2110-2020…
- Horneburg, Bernd; Watschong, L.: Wildtomaten – mehr als eine Spielerei? In: Saaten & Taten 2005/2006, S. 94–96. Veröffentlicht von der Universität Göttingen. uni-goettingen.de/de/anbau+von+wildtomaten/141602.html
Tomaten und Tomate „Rouge grosse hâtive“ aus Vilmorin-Andrieux, „Les plantes potagères“, Paris. Gemeinfrei, auf Petrol umgefärbt.


