Kohlkrankheiten erkennen: Bilder, Ursachen und was hilft
Kümmert der Kohl und sitzen dicke, feste Wucherungen an den Wurzeln, ist es Kohlhernie. Welkt er und haben die Wurzeln Fraßgänge am Hals, fressen dort Maden der Kohlfliege. Graue, mehlige Läusekolonien unter gerollten Blättern sind die Mehlige Kohlblattlaus. Ein Kulturschutznetz ab der Pflanzung und ein neues Beet nach mehreren Jahren Pause halten das meiste fern.
Kleine weiße Fliegen unter den Blättern, viele kleine Löcher in jungen Blättern oder einzelne Läuse: Weiße Fliege, Erdflöhe oder beginnende Läusekolonien. Netz auflegen, Boden feucht halten, Läuse früh entfernen.
Raupen und Lochfraß bis auf die Rippen, welkende Pflanzen mit Fraßgängen am Wurzelhals oder dichte graue Läusekolonien: Raupen, Kohlfliege oder Mehlige Kohlblattlaus. Raupen und Eigelege absammeln, Netz auflegen, Kolonien abspritzen.
Kümmernde Pflanzen mit dicken, festen Wurzelwucherungen: Kohlhernie. Kranke Pflanzen nicht auf den Kompost, auf diesem Beet jahrelang keinen Kohl und keine anderen Kreuzblütler.
Wie sieht dein Kohl aus?
Schau unter die Blätter und an die Wurzeln. Jede Karte führt zu ihrer Ursache und dazu, was hilft.
Jetzt handelnDicke Wucherungen an der WurzelKohlhernie
Jetzt handelnJunge Pflanzen welkenKohlfliege
Jetzt handelnWeiße Maden am WurzelhalsKohlfliegen-Made
Jetzt handelnGraue, mehlige LäusekolonienMehlige Kohlblattlaus
Jetzt handelnRaupen, Löcher bis auf die RippenKohlweißling und Eulen
Im Blick behaltenWeiße Fliegen unter dem BlattKohlmottenschildlaus
Fotos über Wikimedia Commons, zugeschnitten: Rasbak (CC BY-SA 3.0), Jochen Kreiselmaier, DLR Rheinpfalz (CC BY 4.0), Josef Schlaghecken (CC BY 4.0, CC BY-SA 4.0), Ermell (CC BY-SA 4.0). Einzelnachweise unter den Quellen.
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Kohlhernie. Mehr dazu
- Kümmernde Pflanzen, an den Wurzeln dicke Wucherungen, innen nicht hohl.
Dein Plan
- Jetzt
- Nimm befallene Pflanzen samt Wurzeln heraus, nicht auf den Kompost.
- Nächstes Jahr
- Fünf bis sechs Jahre keine Kreuzblütler auf dieses Beet, auch nicht als Gründüngung.
- Lass den pH-Wert prüfen, auf schweren Böden um 7.
- Tauch Jungpflanzen vor dem Setzen in Algenkalkbrühe.
Kohlhernie: Wucherungen an der Wurzel

Die Pflanzen bleiben kümmerlich zurück. Ziehst du eine heraus, sitzen an den Wurzeln dicke Wucherungen, die innen nicht hohl sind. Die lange Anbaupause gilt für alle Kreuzblütler, auch für Radieschen, Rucola und Senf als Gründüngung.
- Befallene Pflanzen samt Wurzeln herausnehmen, nicht auf den Kompost.
- Auf diesem Beet fünf bis sechs Jahre keinen Kohl und keine anderen Kreuzblütler anbauen, auch keine Kreuzblütler als Gründüngung. Lupine oder abfrierendes Getreide eignen sich stattdessen.
- Den pH-Wert prüfen lassen und auf schweren Böden um 7 halten, mit Kalk nach Bodenprobe.
- Jungpflanzen vor dem Setzen in Algenkalkbrühe tauchen.
- Auf befallenen Flächen keinen Chinakohl anbauen. Brokkoli und Kohlrabi pflanzt du dort eher Ende Juli.
Kohlfliege: Maden am Wurzelhals

Junge Pflanzen kümmern oder welken ganz. Am Wurzelhals findest du Fraßgänge und weiße Maden. Dieselbe Fliege befällt auch Rettich und Radieschen.

- Gleich nach der Pflanzung ein Kulturschutznetz auflegen, bevor die Fliegen ihre Eier ablegen.
- Kohlpflanzen anhäufeln.
- Gießen, wenn schon Schaden da ist. Bewässerung begrenzt den Schaden.
Mehlige Kohlblattlaus: graue Kolonien

Graue Läuse mit mehligem Wachsbelag bilden schnell Kolonien auf und unter den Blättern. Die Blätter färben sich weißlich-gelb bis rosa-violett und verkümmern, junge Pflanzen verformen sich, Köpfe bleiben klein. Auf den klebrigen Ausscheidungen wachsen schwarze Rußtaupilze.
- Kolonien zu Befallsbeginn entfernen oder mit einem scharfen, kalten Wasserstrahl abspritzen.
- Nicht überdüngen.
- Nützlinge wie Schwebfliegen und Schlupfwespen schonen. Rapsölpräparate nur bei sehr starkem Befall.
- Ein Netz mindert den Befall. Kreuzblütler-Unkraut jäten, Ernteabfälle abräumen.
Mischkultur mit Bohnen hat sich gegen die Mehlige Kohlblattlaus bewährt. Mehr zu Läusen an anderen Pflanzen steht im Artikel Das hilft gegen Blattläuse.
Raupen: Lochfraß bis auf die Rippen

Grüne bis bräunliche Raupen verschiedener Falter fressen Löcher in die Blätter, bei starkem Befall bis auf die Rippen. Dazu kommen Fraßstellen an Köpfen und Röschen und braune Kothäufchen. Die Raupen stammen vom Kohlweißling und von Eulenfaltern.
- Raupen absammeln und Eigelege unter den Blättern vernichten.
- Ein Netz auflegen, bevor die Falter ihre Eier ablegen.
- Bei starkem Befall wirken Präparate mit Bacillus thuringiensis.
Wie du den Kohlweißling im Jahreslauf abwehrst, steht im Artikel Kohlweißling bekämpfen.
Weiße Fliege an Kohl

Berührst du die Pflanze, fliegen kleine weiße Tiere auf. Auf den Blättern bleiben klebrige Beläge, oft mit Rußtau. Die Larven sitzen fest auf der Blattunterseite und saugen. An Kohl ist es die Kohlmottenschildlaus.
- Netz auflegen, bevor die ersten Tiere auftauchen.
- Nützlinge fördern und schonen.
- Gelbtafeln fangen die erwachsenen Tiere ab.
Erdflöhe: viele kleine Löcher
Viele kleine Löcher in jungen Blättern stammen von Erdflöhen. Die Käfer sind 1 bis 3 Millimeter groß, braun bis schwarz und springen davon, wenn du dich näherst. Halte den Boden feucht und lockere ihn öfter, das bremst die Larven. Ein feinmaschiges Erdflohnetz schützt die Pflanzen. Mehr dazu steht im Artikel Erdflöhe bekämpfen.
Gesunder Kohl von Anfang an
- Weite Fruchtfolge. Kreuzblütler höchstens alle vier Jahre auf dasselbe Beet, bei Kohlhernie fünf bis sechs Jahre Pause. Was danach ins Beet passt, zeigt der Nach-Finder im Artikel Fruchtfolge im Gemüsegarten.
- Netz ab der Pflanzung. Ein Kulturschutznetz hält Kohlfliege, Falter, Weiße Fliege und Erdflöhe ab, wenn es vor der Eiablage liegt.
- Nicht überdüngen. Kohl braucht viel Stickstoff, überdüngen solltest du ihn trotzdem nicht. Wie viel dein Beet braucht, rechnet der Dünge-Rechner im Artikel Gemüse düngen aus.
- pH-Wert im Blick. Auf schweren Böden um 7, nach Bodenprobe kalken.
- Sauber abschließen. Ernteabfälle abräumen, Kreuzblütler-Unkraut jäten.
Häufige Fragen zu Kohlkrankheiten
Woran erkenne ich Kohlhernie?
Die Pflanzen kümmern. An den Wurzeln sitzen dicke Wucherungen, die innen nicht hohl sind.
Wann darf nach Kohlhernie wieder Kohl ins Beet?
Nach fünf bis sechs Jahren. So lange kommen auf ein befallenes Beet kein Kohl und keine anderen Kreuzblütler.
Warum welkt mein junger Kohl?
Oft fressen Maden der Kohlfliege am Wurzelhals. Zieh eine Pflanze heraus: Fraßgänge und weiße Maden zeigen es. Ein Netz gleich nach der Pflanzung beugt vor.
Was hilft gegen graue Läuse am Kohl?
Kolonien früh entfernen oder abspritzen, nicht überdüngen und Nützlinge schonen. Rapsölpräparate nur bei sehr starkem Befall.
Was frisst Löcher in meinen Kohl?
Große Löcher bis auf die Rippen und Kothäufchen kommen von Raupen, viele kleine Löcher in jungen Blättern von Erdflöhen.
Hilft ein Netz gegen Kohlschädlinge?
Ja. Liegt es vor der Eiablage, hält es Kohlfliege, Falter, Weiße Fliege und Erdflöhe ab.
Quellen
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Bayerische Gartenakademie: Schadsymptome an Gemüse im Freiland. Merkblatt 2301, aktualisiert August 2014. www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/2301_scha…
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau mit LfL, Gartenakademie Rheinland-Pfalz u. a.: Umweltgerechter Pflanzenbau und Pflanzenschutz in Haus und Garten. Berichte der Bayerischen Gartenakademie 1, 2. Auflage 2011. lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/pflanzenschut…
- Sächsische Gartenakademie: Pflanzenschutzhinweis Mehlige Kohlblattlaus an Kohlkulturen. 2018. www.gartenakademie.sachsen.de/download/Mehlige_Kohlblattlaus…
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Bayerische Gartenakademie: Hinweise zur praktischen Handhabung der Düngung im Gemüsegarten. Merkblatt 2202, Dezember 2020. www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/infoschri…
Stich: Weißkohl aus Vilmorin-Andrieux, Les plantes potagères, gemeinfrei. Fotos über Wikimedia Commons: Kohlhernie und Kohlfliegen-Made (Rasbak, CC BY-SA 3.0), Kohlfliege an Chinakohl (Jochen Kreiselmaier, DLR Rheinpfalz, CC BY 4.0), Mehlige Kohlblattlaus (Josef Schlaghecken, CC BY 4.0), Kohlmottenschildlaus (Josef Schlaghecken, CC BY-SA 4.0), Kohlweißling-Raupen (Ermell, CC BY-SA 4.0). Zugeschnitten.
