Erdflöhe bekämpfen: Radieschen und Rucola schützen
Erdflöhe hältst du am sichersten mit einem Kulturschutznetz mit 0,8 mm Maschenweite fern. Leg es direkt nach der Saat auf und dichte die Ränder ab, bevor die Käfer im Frühjahr zu fressen beginnen. Feuchte, öfter gelockerte Erde bremst sie zusätzlich. Gefährlich wird ihr Lochfraß vor allem für Keimlinge und junge Pflanzen.
Erdflöhe sind kleine Blattkäfer, meist 2 bis 3 Millimeter lang, schwarz oder metallisch grün bis blau. Manche tragen einen gelben Streifen auf jeder Flügeldecke. Mit ihren kräftigen Hinterbeinen springen sie weg, sobald du dich der Pflanze näherst. Auf den Blättern hinterlassen sie viele kleine, runde Löcher, die oft nicht ganz durchgehen.
Wie schützt du dein Beet?
Wähl Kultur, Monat und Boden. Der Plan zeigt dir, wie fein das Netz sein muss, wann es aufs Beet kommt, wie lange es liegen bleibt und wie du gießt. Jede Angabe ist mit ihrer Quelle belegt.
Im Mai fressen Erdflöhe am meisten. Das Netz kommt direkt nach der Saat aufs Beet.
- Die überwinterten Käfer fressen, sobald es über 15 °C warm ist, am stärksten bei trockenem, warmem Wetter.
- Radieschen gehört zu den Kulturen, an denen Erdflöhe besonders häufig fressen.
- Trockener Boden und warmes Wetter lassen Erdflöhe sich stark vermehren.
Was du tust
- Bei der Saat
- Leg direkt nach der Saat oder Pflanzung ein Netz mit 0,8 mm Maschenweite auf.
- Grab die Ränder ringsum ein oder beschwer sie mit Erde, damit kein Spalt bleibt.
- Solange das Netz liegt
- Lass das Netz bis zur Ernte liegen. Es hält gleichzeitig Kohl- und Rettichfliege von den Pflanzen fern.
- Öffne das Netz nur zum Jäten und schließ es gleich wieder.
- Schau ab und zu unter das Netz. Blattläuse, die beim Öffnen hineinkommen, vermehren sich dort ungestört.
- Boden und Gießen
- Gieß bei Trockenheit regelmäßig, damit die Erde feucht bleibt.
- Deck den Boden mit Mulch ab, dann trocknet er langsamer aus.
- Lockere die Oberfläche öfter mit der Hacke. Rauen Boden meiden die Käfer.
- Sorg für rasches Wachstum, kräftige Jungpflanzen kommen schneller durch die gefährliche Zeit.
- Nächstes Jahr
- Plan Kreuzblütler höchstens alle vier Jahre auf dasselbe Beet. Das beugt der Kohlhernie vor und schafft Abstand zu den Erdflöhen des Vorjahres. Der Beetplaner merkt sich die Fruchtfolge für dich.
- Räum im Herbst Pflanzenreste ab, damit weniger Käfer überwintern.
Saattermine für deinen Ort
Der Kalender zeigt dir, wann Radieschen, Rucola und Kohl bei dir ins Beet können. Das Netz kommt am selben Tag drauf.
Kalender öffnenFruchtfolge im Blick
Der Beetplaner merkt sich, wo Kreuzblütler standen, und schlägt dir ein Beet mit genug Abstand vor.
Beet planenErdflöhe in deiner Region
Gärtnerinnen und Gärtner in deiner Nähe melden, wann die ersten Käfer an Radieschen und Rucola fressen.
Muster: Meldungen der GemeinschaftDas Jahr der Erdflöhe
Erdflöhe überwintern als fertige Käfer in Hecken und in der Laubschicht unter Gehölzen. Steigen die Temperaturen im Frühjahr über 15 °C, beginnen sie zu fressen, bei trockenem, warmem Wetter besonders eifrig. Ende Mai legen die Weibchen ihre Eier in den Boden. Die Larven schlüpfen nach sechs bis zehn Tagen, fressen vor allem an Wurzeln und verpuppen sich nach rund vier Wochen. Im Juli und August schlüpfen die Jungkäfer, im Herbst ziehen sich die Käfer ins Winterquartier zurück.
Seitlich wischen, um das ganze Jahr zu sehen.
Das Kulturschutznetz richtig auflegen

Ein feines Netz ist der wirksamste Schutz. Netze mit 0,8 mm Maschenweite schließen Erdflöhe und die Kleine Kohlfliege sicher aus, bis auf leichten Fraß durch das Netz hindurch.
- Nimm ein Netz mit 0,8 mm Maschenweite, höchstens 0,9 mm.
- Leg es direkt nach der Saat oder Pflanzung auf. Es muss liegen, bevor die ersten Käfer kommen.
- Grab die Ränder ringsum ein oder beschwer sie mit Erde, damit kein Spalt bleibt.
- Wähl ein Beet, auf dem es im Vorjahr keinen Erdflohbefall gab, und lass zwischen zwei Kreuzblütlern Zeit in der Fruchtfolge.
- Öffne das Netz nur zum Jäten und schließ es gleich wieder. Dann fliegen kaum Schädlinge zu.
Unter dem Netz ist es um etwa zehn Prozent wärmer, und taunasse Blätter trocknen langsamer ab. In den meisten Kulturen entwickeln sich die Pflanzen dadurch schneller. Im Spätsommer und Herbst zeigen sich Pilzkrankheiten unter Netzen etwas häufiger, meist bleibt das unkritisch. Marienkäfer, Spinnen und Laufkäfer kommen unter feinen Netzen deutlich seltener vor. Blattläuse, die beim Öffnen hineingelangen, können sich darunter vermehren, deshalb lohnt ein regelmäßiger Blick unter das Netz.
Gießen und Hacken bremsen die Käfer

Erdflöhe vermehren sich besonders stark bei warmer, trockener Witterung. Halte die Erde deshalb feucht und lockere sie öfter. Das stört die Entwicklung der Larven. Regelmäßiges Hacken und Beregnen stören die Käfer, rauen Boden meiden sie. Eine Mulchschicht deckt den Boden ab, so trocknet er langsamer aus.
Je schneller deine Pflanzen aus dem Keimlingsalter herauswachsen, desto weniger richten die Käfer an. Ab etwa dem sechsten Blatt sind die Pflanzen weniger gefährdet. Kräftige Jungpflanzen und rasches Wachstum bringen sie schneller durch die gefährliche Zeit. In warmer Erde wachsen sie zügiger und halten den Fraß besser aus. Im Herbst räumst du alte Pflanzenreste ab, damit weniger Käfer darin überwintern.
Leimtafeln und Fangpflanzen
Ob Erdflöhe unterwegs sind, zeigen dir gelbe Leimtafeln, die du aufstellst, sobald die Saat aufläuft. Die Käfer fliegen bevorzugt die frühesten und höchsten Pflanzen an. Darauf beruht die Fangpflanze, eine besonders beliebte Kultur wie Radieschen oder Senf, die vor der Hauptkultur am Rand wächst. Im Erwerbsanbau wird sie sieben bis 14 Tage früher gesät und nimmt etwa ein Zehntel der Fläche ein.
Erdflöhe an Radieschen, Rucola und Kohl
Erdflöhe fressen an Kreuzblütlern wie Kohl, Brokkoli, Rosenkohl, Speiserüben, Radieschen und Rucola, im Ziergarten an Goldlack und Kapuzinerkresse. Am Radies, am Rettich und an Rucola sind sie besonders häufig.
| Kultur | Was die Erdflöhe anrichten | Netz liegt | Hält zusätzlich ab |
|---|---|---|---|
Radieschen | Löcher in den Blättern; Larven fressen an den Seitenwurzeln | bis zur Ernte | Kohl- und Rettichfliege |
Rettich | wie beim Radieschen | bis zur Ernte | Kohl- und Rettichfliege |
Rucola | dicht gelöcherte Salatblätter | bis zur Ernte | |
Kohlrabi | gefährlich für Keimlinge und Jungpflanzen | mindestens bis zum sechsten Blatt | Kleine Kohlfliege, Raupen |
| Kohl | Keimlinge gefährdet; im Spätsommer Zuflug aus Rapsfeldern an ältere Pflanzen | mindestens bis zum sechsten Blatt | Kleine Kohlfliege, Raupen |
| Senf | lockt Erdflöhe stark an, dient sogar als Fangpflanze | als Salatsenf bis zur Ernte |
An großen Kohlpflanzen kannst du etwas Fraß hinnehmen, wenn du die äußeren Blätter ohnehin nicht isst. Die essbaren Teile treffen die Käfer selten. Wann Radieschen, Rucola und Kohl bei dir ins Beet können, zeigt der Aussaatkalender.
Hausmittel und Spritzmittel gegen Erdflöhe
Ohne Spritze helfen feuchte, öfter gelockerte Erde und ein feines Netz. Selbst angesetzte Brühen sind rechtlich heikel. Im Garten erlaubt sind zugelassene Pflanzenschutzmittel mit dem Aufdruck „Anwendung durch nichtberufliche Anwender zulässig“ und genehmigte Grundstoffe, jeweils nur für die Pflanzen und Schädlinge, für die sie genehmigt sind. Rainfarn und Wermut sind als Grundstoff abgelehnt. Brühen daraus darfst du gegen Schädlinge nicht ansetzen.
Gibt es ein Spritzmittel für den Hausgarten?
Für Radieschen, Rettich und Kohlrabi im Beet ist derzeit kein Mittel gegen Erdflöhe für Hobbygärtner zugelassen. Unter Glas gibt es für Radieschen und Rettich ein Mittel mit lambda-Cyhalothrin gegen beißende Insekten. Für Kopfkohl, Blumenkohl und Grünkohl im Beet sind Mittel mit Pyrethrinen und Rapsöl gegen blattfressende Käfer zugelassen.
Was du sonst zum Schutz deiner Pflanzen einsetzen darfst, steht in Pflanzen natürlich schützen und stärken. Frisst noch etwas anderes an deinen Kreuzblütlern, hilft ein Foto im Pflanzendoktor.
Woher wir das wissen
Den Jahreslauf der Erdflöhe und die Maschenweite beschreibt der Gemüsebau-Warndienst der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein vom Mai 2026. Wie verschiedene Netze im Gemüsebau wirken, haben das Julius Kühn-Institut und die Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern im Projekt OptiNet von 2019 bis 2022 untersucht. Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) fasst die Maßnahmen im Biogemüsebau zusammen. Für den Hausgarten stützen wir uns auf die Bayerische Gartenakademie und auf die Royal Horticultural Society sowie die Universitäten von Kalifornien, Minnesota und Massachusetts.
Welche Mittel Hobbygärtner gegen Erdflöhe einsetzen dürfen, stammt aus der Datenbank des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Stand 1. Oktober 2026.
So rechnet der Schutzplan
Der Plan ordnet den Monat dem Jahreslauf der Käfer zu und wählt danach, ob und wann das Netz aufs Beet kommt. Die Kultur bestimmt, wie lange es liegen bleibt. Der Boden entscheidet, wie oft du gießt und hackst.
Häufige Fragen zu Erdflöhen
Was hilft sofort gegen Erdflöhe?
Leg ein Kulturschutznetz mit 0,8 mm Maschenweite auf und dichte die Ränder ab. Gieß die Erde feucht und lockere sie, das stört Käfer und Larven. Für Radieschen, Rettich und Kohlrabi im Beet gibt es kein zugelassenes Spritzmittel.
Welche Maschenweite brauche ich gegen Erdflöhe?
0,8 mm. Netze mit dieser Maschenweite halten Erdflöhe und die Kleine Kohlfliege sicher fern. Gröber als 0,9 mm sollte das Netz nicht sein.
Warum haben meine Radieschen Löcher in den Blättern?
Viele kleine Löcher stammen meist von Erdflöhen, die an Radies, Rettich und Rucola besonders häufig sind. Kümmern die Pflanzen und zeigen Fraßgänge am Wurzelhals, stecken eher Larven der Kohl- oder Rettichfliege dahinter.
Was tun gegen Erdflöhe an Rucola?
Deck Rucola direkt nach der Saat mit einem feinen Netz ab und lass es bis zur Ernte liegen. Halte die Erde feucht und lockere sie öfter. Ohne Schutz bekommen die Salatblätter schnell viele kleine Löcher.
Welche Hausmittel helfen gegen Erdflöhe?
Feuchte, öfter gelockerte Erde und ein Netz. Selbst angesetzte Brühen sind nur erlaubt, wenn sie aus einem genehmigten Grundstoff bestehen und für den Zweck genehmigt sind. Brühen aus Rainfarn oder Wermut sind nicht erlaubt.
Wann sind Erdflöhe aktiv?
Sobald es im Frühjahr über 15 °C warm wird, beginnen sie zu fressen, bei trockenem, warmem Wetter am stärksten. Im Juli und August schlüpft die nächste Käfergeneration, von Oktober bis März ruhen die Käfer im Winterquartier.
Schaden die Larven der Erdflöhe?
Meist kaum. Den Hauptschaden richten die Käfer an den Blättern an. An Radies und Rettich können die Larven mit ihrem Fraß an den Seitenwurzeln Schäden verursachen.
Quellen
- Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Pflanzenschutzdienst: Hinweise Gemüsebau, Ausgabe 3 vom 4. Mai 2026. Stand der Kulturen: Kohlerdfloh. www.lksh.de/fileadmin/PDFs/Landwirtschaft/Pflanzenschutz/War…
- Hirthe, Gunnar (Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern); Böckmann, Elias (Julius Kühn-Institut): Netzeinsatz im Gemüsebau. Welches Netz passt zu welcher Kultur? Merkblatt zum Projekt OptiNet, Laufzeit 03/2019 bis 02/2022. www.oekolandbau.de/fileadmin/redaktion/Bildarchiv/Forschung/…
- Hauenstein, Samuel (Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL): Massnahmen gegen Erdflöhe im Biogemüsebau. Gemüseblatt Nr. 4, 2019, S. 4. orgprints.org/id/eprint/37439/1/hauenstein-2019-Gemueseblatt…
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Bayerische Gartenakademie: Schadsymptome an Gemüse im Freiland. Merkblatt 2301, aktualisiert August 2014. www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/2301_scha…
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Bayerische Gartenakademie (mit LfL u. a.): Umweltgerechter Pflanzenbau und Pflanzenschutz in Haus und Garten. Berichte der Bayerischen Gartenakademie 1, 2. aktualisierte Auflage 2011. lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/pflanzenschut…
- Royal Horticultural Society: Flea beetles on brassicas and allied plants. RHS Advice. www.rhs.org.uk/biodiversity/flea-beetles-on-brassicas-and-al…
- University of California, Statewide Integrated Pest Management Program: Flea beetles. Pest Notes for Home and Landscape. ipm.ucanr.edu/home-and-landscape/flea-beetles/
- Schuh, Marissa; Wold-Burkness, Suzanne; Hutchison, Bill; Hahn, Jeffrey; Hines, Rebecca (University of Minnesota Extension): Flea beetles. Überprüft 2022. extension.umn.edu/yard-and-garden-insects/flea-beetles
- University of Massachusetts Amherst, UMass Extension Vegetable Program: Brassica flea beetles. Fact sheet, aktualisiert am 26. Mai 2022. www.umass.edu/agriculture-food-environment/vegetable/fact-sh…
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Bayerische Gartenakademie: Gurkenanbau im Freiland. Infoschrift (Abschnitt Mulchen). www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/infoschrift…
- Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Online-Datenbank der zugelassenen Pflanzenschutzmittel, Anwendungen im Haus- und Kleingarten. Datenstand 1. Oktober 2026, abgefragt am 25. Oktober 2026. psm-api.bvl.bund.de/ords/psm/api-v1/
- Pflanzenschutzamt Berlin: Anwendung von Pflanzenschutz- und Pflanzenstärkungsmitteln in Haus-, Klein- und Siedlergärten. www.berlin.de/pflanzenschutzamt/ueberwachung/pflanzenschutzm…
- Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein: Allgemeine Informationen zu genehmigten Grundstoffen für den Pflanzenschutz. Stand März 2025. lksh.de/fileadmin/PDFs/Gartenbau/HuK-Merkblatt_Grundstoffe_A…
Radieschen, Rucola, Rettich und Kohlrabi aus Vilmorin-Andrieux, „Les plantes potagères“, Paris 1883 und 1904. Gemeinfrei, auf Petrol umgefärbt. Jahreslauf: Rankwerk.


