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Garten-Lexikon23. Oktober 2026

Winterportulak: Postelein säen und im Winter ernten

Winterportulak keimt erst unter 12 °C und wächst gern im Halbschatten. Der Planer zeigt dir, wann er in deiner Region am besten keimt.

Winterportulak oder Postelein säst du von August an und je nach Region bis in den Winter. Er keimt erst, wenn es unter 12 °C abkühlt, und wächst gern im Halbschatten. Die fleischigen Blätter schmecken mild-nussig wie Feldsalat und sind roh und gekocht essbar.

Was Winterportulak ist. Botanisch heißt Winterportulak Claytonia perfoliata, auf Deutsch Gewöhnliches Tellerkraut. Im Handel kennst du ihn als Postelein, Winterpostelein, Winter-Portulak oder Kubaspinat. Er stammt aus dem Westen Nordamerikas und ist einjährig.

Winterportulak säen

In milden Regionen säst du Winterportulak im August und September. Weil er erst unter 12 °C keimt, kannst du je nach Region bis in den Winter hinein säen. Am besten keimt er bei 8 bis 12 °C.

  1. Zieh flache Rillen, 15 bis 20 Zentimeter voneinander entfernt.
  2. Streu die Samen hinein und bedeck sie etwa einen halben Zentimeter hoch mit Erde.
  3. Drück die Erde fest an und halte die Saat feucht, bis sie aufgeht.
  4. Lichte die Sämlinge in der Reihe auf zehn bis 15 Zentimeter aus.

Dünger braucht Postelein keinen. Er wächst gern in durchlässigem, frisch-feuchtem Boden. Auf Beeten, die über den Winter leer stünden, wirkt er zugleich als Gründüngung.

Der Gemüseportulak des Sommers heißt botanisch Portulaca oleracea. Er keimt in der Wärme bei 20 bis 30 °C. Für die Saat im Herbst brauchst du Samen von Winterportulak.

Postelein für schattige Beete und den Balkon

Winterportulak mag halbschattige bis schattige Plätze. Damit füllt er schattige Ecken, etwa auf einem Balkon nach Norden. Was dort sonst noch wächst, steht im Artikel Gemüse für den Nordbalkon. Im Balkonkasten wächst Postelein so wie im Beet.

Winterportulak im Winter

In milden Lagen überwintert Winterportulak ohne Schutz im Beet. In kalten Gegenden ziehst du ihn im Frühbeet. Im ungeheizten Gewächshaus kommt er mit einer Lage Vlies durch den tiefsten Winter. Geerntet wird an frostfreien Tagen. Was im Herbst sonst noch ins Beet kommt, steht im Artikel Wintersalat säen. Verwandte Wintersalate sind Feldsalat und Winterkresse.

Postelein ernten und essen

Schneid die Blätter ab und lass die Grundblätter in der Mitte stehen, dann wächst die Pflanze laufend nach. Im Frühjahr blüht Postelein von April bis Juni. Die Blätter schmecken mild-nussig, ähnlich wie Feldsalat. Iss sie roh im Salat oder kurz blanchiert wie Spinat. Alle Teile der Pflanze sind essbar. Im kalifornischen Goldrausch aßen Bergleute die Pflanze gegen Skorbut, daher der englische Name Miner’s Lettuce.

Ist Winterportulak giftig?

Winterportulak ist essbar, roh wie gekocht. Er enthält Oxalsäure, die erst in Mengen schadet, die weit über eine Salatportion hinausgehen. Erkennen kannst du die Pflanze an ihren Tellerblättern: Am Stängel verwachsen zwei Blätter zu einem runden Teller.

Postelein sät sich selbst aus

Das Bundesamt für Naturschutz zählt Winterportulak zu den etablierten Neophyten und führt ihn als möglicherweise invasive Art auf seiner Beobachtungsliste. Grenzt dein Garten an Wald oder Wiese, schneidest du die Blütenstände ab, bevor die Samen reifen.

Woher wir das wissen

Keimtemperatur, Saattiefe, Abstände und Ernte beschreiben „Natur im Garten“ und die Landwirtschaftskammer Salzburg. Merkmale und Inhaltsstoffe beschreibt das Museum für Naturkunde Berlin, Blütezeit und Einstufung als Neophyt das Bundesamt für Naturschutz in FloraWeb. Herkunft, Oxalsäure und Überwinterung stammen von der University of Maryland Extension, der Anbau im ungeheizten Tunnel von der Cornell University. Die Keimfenster im Planer stammen aus Bodentemperaturen des Deutschen Wetterdienstes 1991 bis 2020.

Häufige Fragen zu Winterportulak

Ist Winterportulak giftig?

Nein. Alle Teile sind roh und gekocht essbar.

Wann säe ich Winterportulak?

In milden Regionen im August und September. Weil er erst unter 12 °C keimt, geht die Saat je nach Region bis in den Winter.

Was ist Postelein?

Postelein ist ein anderer Name für Winterportulak, ebenso Winterpostelein und Kubaspinat. Botanisch heißt er Claytonia perfoliata.

Warum heißt er Tellerkraut?

Am Stängel verwachsen zwei Blätter zu einem runden Teller, durch dessen Mitte der Stängel wächst.

Wie schmeckt Winterportulak?

Mild-nussig, ähnlich wie Feldsalat.

Ist Winterportulak mehrjährig?

Nein, er ist einjährig. Nach der Blüte im Frühjahr stirbt er ab.

Wächst Winterportulak im Schatten?

Ja, er mag halbschattige bis schattige Plätze und wächst im Beet wie im Balkonkasten.