Erdbeerkrankheiten erkennen: Bilder, Ursachen und was hilft
Ein mausgrauer Pilzrasen auf weichen Früchten ist Grauschimmel, die häufigste Krankheit an Erdbeeren. Runde rotbraune Blattflecken mit hellem Zentrum sind die Weißfleckenkrankheit, die selten nennenswert schadet. Stroh unter den Pflanzen zur Blüte, ein weiter Pflanzabstand, mäßig Stickstoff und ein neues Beet nach zwei Jahren halten die meisten Krankheiten fern.
Runde rotbraune Flecken mit hellem Zentrum oder kleine rote Flecken auf den Blättern: Weiß- oder Rotfleckenkrankheit. Sie richten im Garten keinen nennenswerten Schaden an. Schneid das alte Laub nach der Ernte zurück.
Weißer Belag unter den Blättern, abgeknickte Knospen oder Buchten im Blattrand: Mehltau, Erdbeerblütenstecher oder Dickmaulrüssler. Sammel Knospen ab und nimm das Laub nach der Ernte weg.
Grauer Pilzrasen auf den Früchten, ledrig braune Beeren oder Pflanzen, die plötzlich welken: Grauschimmel, Lederbeerenfäule oder eine Wurzelfäule. Lies kranke Früchte und Pflanzen sofort aus.
Wie sieht deine Erdbeere aus?
Leg eine Frucht oder ein Blatt neben die Bilder. Jede Karte führt zu ihrer Ursache und dazu, was hilft.
Jetzt handelnGrauer Pilzrasen auf der FruchtGrauschimmel
GesundRote Flecken mit hellem KernWeißfleckenkrankheit
Im Blick behaltenKnospen knicken abErdbeerblütenstecher
Im Blick behaltenBuchten im BlattrandDickmaulrüssler
Fotos über Wikimedia Commons, zugeschnitten: Rasbak (CC BY-SA 3.0), UrgentLeech (CC0), Francisco Welter-Schultes (CC0), David Short (CC BY 2.0). Einzelnachweise unter den Quellen.
Deine Erdbeere sieht anders aus? Zeig dem Doktor dein Foto.
Foto hochladen und einen Befund mit Handgriffen bekommen. Drei Fragen am Tag sind frei.
Was hat deine Erdbeere?
Zwei Fragen. Der Check zeigt die wahrscheinliche Ursache und deinen Plan für jetzt und das nächste Jahr.
Jetzt handeln
Grauschimmel. Mehr dazu
- Erst braune Stellen an der Frucht, dann ein mausgrauer Pilzrasen.
- Feuchtes Wetter zur Reife lässt den Pilz ausbrechen.
Dein Plan
- Jetzt
- Sammel kranke Früchte ab, sie sind ungenießbar.
- Gieß, ohne die Pflanzen zu überbrausen.
- Zur nächsten Blüte
- Leg zur Blüte Stroh unter die Pflanzen.
- Entfern im Frühjahr das alte Laub und dünge mäßig.
- Nächstes Beet
- Pflanz weit und wähl eine widerstandsfähige Sorte wie Florence, Korona oder Polka.
Grauschimmel: grauer Pilzrasen auf der Frucht

An unreifen Früchten zeigen sich zuerst braune Stellen, die sich ausdehnen. Die Beere wird weich und trägt bald einen mausgrauen Pilzrasen. Solche Früchte sind ungenießbar. Der Pilz steckt die Pflanze schon zur Blüte an, über die welkenden Blütenblätter. Er ruht dann in der Frucht und bricht aus, wenn es zur Reife feucht wird. Am besten keimen seine Sporen bei 15 bis 20 Grad und hoher Luftfeuchte. Er überwintert an Blattstielen und eingetrockneten Früchten.
- Kranke Früchte bei jeder Ernte mit absammeln. Abgedeckt kompostieren geht.
- Zur Blüte Stroh unter die Pflanzen legen. Es hält die Früchte trocken und sauber.
- Gießen, ohne die Pflanzen zu überbrausen.
- Im Frühjahr mäßig mit Stickstoff düngen und das alte Laub entfernen.
- Bei der nächsten Pflanzung weit setzen und eine widerstandsfähige Sorte wählen, etwa Florence, Kent, Korona, Lambada, Polka oder Tenira.
Lederbeerenfäule: braune, zähe Früchte
Werden unreife Früchte befallen, erweichen sie nicht. Sie werden braun und gummi- bis lederartig. Trifft es reifende Beeren, entstehen wässrig-weiche Stellen, die Frucht wird milchig-weiß bis blassrosa, lila oder blauviolett und schmeckt bitter. Der Erreger lebt im Boden. Heftiger Regen spritzt ihn mit Erde an die bodennahen Früchte, besonders auf verdichtetem Boden.
- Befallene Früchte auslesen.
- Stroh vor der Blüte unterlegen, damit keine Erde an die Beeren spritzt.
- Verdichteten Boden vor der nächsten Pflanzung lockern.
Weiß- und Rotfleckenkrankheit: Flecken auf den Blättern

Bei der Weißfleckenkrankheit bilden sich runde, braune bis karminrote Flecken mit grauem bis weißlichem Zentrum. Regenspritzer tragen den Pilz von Blatt zu Blatt, stärker wird er meist nach der Ernte. Die Rotfleckenkrankheit zeigt kleine, unregelmäßige, rote bis braunrote Flecken ohne helles Zentrum, auch an Blattstielen und Kelchblättern. Feuchte Frühjahre fördern sie. Beide richten im Garten keinen nennenswerten Schaden an.
Schneid das alte Laub nach der Ernte zurück. Das Herz der Pflanze bleibt dabei stehen, damit sie gesund neu austreibt. Willst du eigene Jungpflanzen ziehen, schneidest du erst, wenn die Ausläufer umgepflanzt sind. Gegen beide Pilze hilft auf Dauer die Sortenwahl.
Echter Mehltau: weißer Belag, Blätter rollen sich
Ein zarter weißer Belag sitzt meist auf der Blattunterseite. Die Blätter färben sich leicht rötlich-violett und rollen sich nach oben ein. Befallene Früchte reifen nicht aus und sehen aus wie weiß gepudert. Der Pilz wächst ab 15 Grad, am besten zwischen 18 und 25 Grad bei hoher Luftfeuchte. Starker Regen und große Trockenheit bremsen ihn. Meist wird er erst nach der Ernte stärker.
- Laub im Herbst abschneiden.
- Im Frühjahr nicht zu viel Stickstoff geben.
- Alte, verunkrautete Beete erneuern, sie sind besonders gefährdet.
- Windgeschützte, geschlossene Lagen meiden und widerstandsfähige Sorten pflanzen.
Wie Mehltau an anderen Pflanzen aussieht, steht im Artikel Mehltau bekämpfen.
Welke und Wurzelfäule
Bei schweren, nassen Böden können Bodenpilze die Wurzeln befallen. Drei Bilder helfen beim Unterscheiden:
| Was du siehst | Ursache |
|---|---|
| Herzblätter welken zuerst, die Pflanze stirbt plötzlich ab. Im Rhizom scharf begrenzte, braune bis rotbraune Faulstellen. | Rhizomfäule. Häufig auf nassen, schlecht durchlässigen Böden und über 25 Grad. |
| Pflanze gestaucht mit kleinen, matt bläulich-grünen Blättern, kaum Ausläufer. Der innere Strang der Wurzel ist rotbraun. | Rote Wurzelfäule. Am deutlichsten im Frühjahr und Herbst, gefördert von Staunässe. |
| Das Wurzelwerk ist verfault, die Pflanze lässt sich leicht herausziehen. Der innere Strang bleibt lange weiß. | Schwarze Wurzelfäule. Gefördert von verdichtetem Boden und zu häufigem Erdbeeranbau auf derselben Fläche. |
- Kranke Pflanzen mit Wurzeln herausnehmen.
- Neue Erdbeeren auf ein anderes Beet setzen, erst nach vier bis fünf Jahren wieder auf dieselbe Fläche.
- Staunasse Böden meiden, auf schweren Böden auf Dämmen pflanzen.
- Nur gesunde Jungpflanzen setzen.
Wer ungünstigen Boden hat, zieht seine Erdbeeren am besten in Ampeln oder Balkonkästen.
Schädlinge an Erdbeeren

Erdbeerblütenstecher
Der drei bis vier Millimeter kleine Rüsselkäfer erscheint kurz vor der Blüte. Das Weibchen legt ein Ei in die geschlossene Knospe und nagt dann den Stiel an, die Knospe knickt ab und welkt. Frühe Sorten trifft es besonders. Sammel die abgeknickten Knospen ab und vernichte sie. Im Garten ist eine weitere Bekämpfung nicht nötig.

Dickmaulrüssler
Der Käfer frisst ab Juli Buchten in die Blattränder. Seine weißlichen Larven fressen über den Winter bis ins Frühjahr an Wurzeln und Rhizom, dann welken die Pflanzen bei Trockenheit und können absterben. Gegen die Larven helfen Nematoden der Gattung Heterorhabditis, die du ins Beet gießt.
Erdbeermilbe
Bleiben die Herzblätter klein, entfalten sich nicht und kräuseln sich, saugen dort winzige Milben von 0,2 Millimetern. Sie kommen mit befallenen Jungpflanzen ins Beet. Kauf befallsfreie Pflanzen und vermehr nicht von kranken Mutterpflanzen.
Schnecken, Asseln und Vögel
Im Hausgarten fressen vor allem Schnecken und Asseln an den Früchten. Kontrollier regelmäßig, gegen Vögel schützen Netze. Was gegen Schnecken hilft, steht im Artikel Schnecken im Garten.
Gesunde Erdbeeren von Anfang an
- Neues Beet alle zwei Jahre. Ein Erdbeerbeet steht am besten zwei Jahre, danach wachsen Erdbeeren erst nach vier bis fünf Jahren wieder auf derselben Fläche. Bestände nicht länger als zwei Jahre zu nutzen hält auch Älchen klein.
- Pflanzen Ende Juli bis Anfang August. In der Reihe 25 bis 30 cm Abstand, zwischen den Reihen 40 cm.
- Gesunde Jungpflanzen. Eigene Ausläufer nur von gesunden Mutterpflanzen, nach einigen Jahren neue Pflanzen kaufen.
- Lockerer, humusreicher Boden. Staunässe meiden, pH-Wert neutral bis schwach sauer. Winterroggen im Vorjahr oder Tagetes verhindern, dass sich Wurzelpilze und Nematoden anreichern.
- Im Frühjahr altes Laub entfernen, den Boden flach lockern, zur Blüte Stroh unterlegen.
- Nach der Ernte Laub zurückschneiden, das Herz stehen lassen.
- Mäßig düngen. Zu viel Stickstoff im Frühjahr fördert Grauschimmel und Mehltau.
Was nach Erdbeeren ins Beet kommt, zeigt der Nach-Finder im Artikel Fruchtfolge im Gemüsegarten.
Häufige Fragen zu Erdbeerkrankheiten
Was ist die häufigste Krankheit an Erdbeeren?
Grauschimmel. Besonders bei Regenwetter und in zu dichten Beeten kann der Pilz viele Früchte verderben.
Kann ich Erdbeeren mit Grauschimmel essen?
Nein. Beeren mit grauem Pilzrasen sind ungenießbar. Sammel sie ab, abgedeckt kompostieren geht.
Was hilft gegen Grauschimmel an Erdbeeren?
Stroh unter die Pflanzen zur Blüte, weite Abstände, mäßig Stickstoff, altes Laub im Frühjahr entfernen, kranke Früchte absammeln und nicht über die Pflanzen gießen.
Warum haben meine Erdbeerblätter rote Flecken?
Runde Flecken mit hellem Kern sind die Weißfleckenkrankheit, kleine rote Flecken ohne hellen Kern die Rotfleckenkrankheit. Beide schaden im Garten kaum. Schneid das alte Laub nach der Ernte zurück.
Warum gehen meine Erdbeerpflanzen ein?
Welken Pflanzen plötzlich und ist das Rhizom innen braun, steckt die Rhizomfäule dahinter. Nasse, verdichtete Böden fördern sie. Auch Larven des Dickmaulrüsslers an den Wurzeln lassen Pflanzen bei Trockenheit welken.
Wann schneide ich das Erdbeerlaub ab?
Nach der Ernte. Das Herz bleibt stehen. Ziehst du eigene Jungpflanzen, wartest du, bis die Ausläufer umgepflanzt sind.
Wie oft sollte ich ein Erdbeerbeet erneuern?
Nach zwei Jahren. Auf dieselbe Fläche kommen Erdbeeren erst nach vier bis fünf Jahren wieder.
Quellen
- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Pflanzenschutz: Erdbeeren. Krankheiten und Schädlinge. Merkblatt Integrierter Pflanzenschutz, 12. Auflage, September 2023. lfl.bayern.de/mam/cms07/publikationen/daten/merkblaetter/erd…
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Bayerische Gartenakademie: Erdbeeren im Hausgarten. Merkblatt 3182, aktualisiert Oktober 2014. www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/erdbeeren…
- Sächsische Gartenakademie: Pflanzenschutzhinweis Grauschimmel an Erdbeeren, Erdbeerblütenstecher. 8. Mai 2018. www.gartenakademie.sachsen.de/download/Grauschimmel_Erdbeere…
- Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern: Krankheiten an Beerenobst. Hinweise für den Kleingärtner. Faltblatt, Mai 2016. www.lallf.de/fileadmin/media/PDF/Veroeffentlichungen/Faltbla…
Stich: Erdbeere aus Vilmorin-Andrieux, Les plantes potagères, gemeinfrei. Fotos über Wikimedia Commons: Grauschimmel (Rasbak, CC BY-SA 3.0), Weißfleckenkrankheit (UrgentLeech, CC0), Erdbeerblütenstecher (Francisco Welter-Schultes, CC0), Dickmaulrüssler (David Short, CC BY 2.0). Zugeschnitten.
