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Garten-Wissen · ObstgartenAktualisiert am 23. Oktober 2026

Apfelbaum pflanzen: welcher Baum passt und wie er anwächst

Wurzelnackte Apfelbäume pflanzt du zwischen Mitte Oktober und Ende März an frostfreien Tagen, am liebsten im späten Herbst. Wie groß dein Baum wird, hängt an der Unterlage. Auf M9 bleibt er bei etwa 2,5 Metern, auf einem Sämling wächst er auf fünf bis sechs Meter. Beim Pflanzen bleibt die Veredlungsstelle eine Handbreit über der Erde, und der Pfahl steckt schon im Loch, bevor der Baum hineinkommt.

Drei Apfelbäume im Größenvergleich mit einem Menschen: Spindel auf M9 etwa 2,5 Meter, Busch auf MM106 etwa 4 Meter, Hochstamm auf Sämling 5 bis 6 Meter 2,5 m 4 m 5–6 m 1,75 m M9 MM106 Sämling MitBaum-Finderfür deinen Platz
Endhöhen auf den Unterlagen M9, MM106 und Sämling. Mensch zum Vergleich 1,75 Meter. Zeichnung schematisch.
Was eine Unterlage ist

Fast jeder Apfelbaum aus der Baumschule ist veredelt. Die Sorte sitzt auf einer Unterlage, die Wurzel und ein kurzes Stammstück mitbringt. Die Unterlage bestimmt, wie stark der Baum wächst, wann er trägt, wie alt er wird und wie groß die Früchte werden. Auf dem Etikett oder im Katalog steht sie als Kürzel, etwa M9 oder MM106.

Baum-Finder

Welcher Apfelbaum passt zu deinem Platz?

Wähl, wo der Baum stehen soll und was dir an den Äpfeln wichtig ist. Der Finder zeigt dir Unterlage, Baumform, Endhöhe und Pflanzabstand und schlägt Sorten vor, die zu deinem Wunsch passen. Jede Angabe ist mit ihrer Quelle belegt.

Wo soll der Baum stehen?
Was wünschst du dir?
So groß wird er Spindel auf M9: etwa 2,5 m hoch, Mensch zum Vergleich 1,75 Meter1 m2 m3 m4 m5 m6 m2,5 m1,75 mM9
Dein Baum

Spindel auf M9

etwa 2,5 mEndhöhe
2–3 mPflanzabstand
2.–3. Jahrerste Äpfel
  • Der Boden sollte durchlässig, humos und nährstoffreich sein.
  • Ein Pfahl ist das ganze Baumleben nötig, die Wurzeln halten den Baum nicht allein.
  • Gieß bei Trockenheit und setz einen Drahtkorb gegen Wühlmäuse.
  • Ein Baum auf M9 lebt 15 bis 20 Jahre.
  • Re-Sorten sind gegen Schorf resistent, meist zusätzlich gegen Mehltau.

Sorten für deinen Wunsch

  • „Topaz“Schorfresistent, saftig und würzig, hält bis März.
  • „Santana“Schorfresistent, würzig und saftig, reif Anfang bis Mitte September.
  • „Rebella“Schorfresistent, frühe, hohe und regelmäßige Erträge.
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Platz für den Baum einplanen

Zeichne den Baum mit seinem Pflanzabstand in deinen Gartenplan, bevor du das Loch gräbst.

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Größe und Wachstum

Wie groß wird ein Apfelbaum und wie schnell wächst er?

Die Unterlage setzt den Rahmen. Schwach wachsende Unterlagen wie M9 tragen früh und bleiben klein. Starke Unterlagen und Sämlinge lassen sich Jahre Zeit bis zur ersten Ernte und werden zu großen Bäumen.

UnterlageBaumformEndhöheAbstandErste Äpfel
M9Spindel, Busch, kleines Spalier2,5 m2–3 m2. bis 3. Standjahr
M26Busch, Spindel3 m3 m2. bis 3. Standjahr
MM106Busch, Halbstamm, Spalier, Säulenapfel4 m4 m3. bis 5. Standjahr
A2Halb- und Hochstamm5–6 m7 m5. bis 7. Standjahr
SämlingHalb- und Hochstamm5–6 m8 m, auf der Wiese 10–12 m6. bis 8. Standjahr

Endhöhen, Abstände und Ertragsbeginn nach dem sächsischen Landesamt. Wie schnell ein Baum zulegt, zeigt ein Versuch mit vier Sorten. Nach zwölf Jahren standen die Bäume auf M9 2,6 bis 3,5 Meter hoch, auf MM106 4,6 bis 5,4 Meter. Ein Baum auf M9 lebt 15 bis 20 Jahre. Für einen Halbstamm auf MM106 rechnest du mit etwa 25 Quadratmetern, ein Hochstamm auf Sämling braucht rund 80.

Wurzeln

Wie tief wurzelt ein Apfelbaum?

Die meisten aktiven Wurzeln liegen in den oberen 40 Zentimetern, fast alle Wurzeln stecken im ersten Meter Boden. Schwach wachsende Unterlagen bilden wenig verzweigte Wurzeln und stehen deshalb nicht fest. Ein Baum auf M9 braucht sein Leben lang einen Pfahl. Starke Unterlagen bilden reich verzweigte Wurzeln und gelten als standfest.

Bäume auf M9 und M26 gießt du in Trockenzeiten. Pflanz keinen Apfel an die Stelle, an der vorher ein Apfel, eine Birne oder eine Quitte stand, dort droht Bodenmüdigkeit. Nach Kirsche oder Pflaume wächst ein Apfel ohne Probleme an.

Standort und Pflanzzeit

Wann und wo du einen Apfelbaum pflanzt

Apfelbäume wachsen am besten in nährstoffreichem, nicht zu schwerem Boden, der Wasser führt und nicht vernässt. Sie mögen volle Sonne und einen warmen, geschützten Platz. In Senken, Flusstälern und am unteren Hang trifft der Spätfrost im April und Mai die Blüten, dort fällt die Ernte oft aus.

Wurzelnackte Bäume setzt du von Mitte Oktober bis Ende März, wenn der Boden aufgetaut und abgetrocknet ist. Am besten wachsen sie nach einer Pflanzung im späten Herbst an. Bäume im Container kannst du das ganze Jahr pflanzen. In heißem, trockenem Wetter wachsen sie schlechter an, setz sie deshalb lieber in der kühlen Jahreszeit. Welche Bäume mit Hitze und Trockenheit zurechtkommen, steht im Artikel Klimabäume.

Wurzelnackt oder im Topf?

Für Streuobstwiesen sind wurzelnackte Jungbäume die erste Wahl. Stell sie vor dem Pflanzen einige Stunden ins Wasser. Kommst du nicht gleich dazu, schlag sie in feuchte Erde oder Sand ein.

Schritt für Schritt

Apfelbaum einpflanzen in 7 Schritten

  1. Heb die Grasnarbe ab und grab ein Loch, das etwas größer ist als die Wurzeln, bis etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen. Lockere die Sohle auf. Im Rasen hältst du einen Kreis von mindestens einem Meter frei, damit das Gras den jungen Wurzeln kein Wasser wegnimmt.
  2. Leg einen Drahtkorb gegen Wühlmäuse ins Loch. Wie er sitzen muss, steht weiter unten.
  3. Schlag den Pfahl ein, bevor der Baum ins Loch kommt. Er ist 2,30 bis 2,50 Meter lang und steht zehn bis 15 Zentimeter neben dem künftigen Stamm. Setz ihn auf die Seite, aus der der Wind meist kommt, in der Regel Süd bis Südwest. Dort schützt er den Stamm zugleich vor der Wintersonne. Er endet unterhalb der Krone.
  4. Schneid verletzte oder angerissene Wurzeln glatt bis ins frische Gewebe zurück, die übrigen Wurzeln bleiben ungeschnitten. Bei Topfware nimmst du Topf, Netz oder Folie ab und lockerst die äußeren Wurzeln, damit sie nicht im Kreis weiterwachsen.
  5. Stell den Baum so ins Loch, dass die Veredlungsstelle etwa zehn Zentimeter über der Erde liegt. Setz ihn fünf bis zehn Zentimeter höher, als er am Ende stehen soll, denn die Erde sackt nach. Misch den Aushub mit reifem Kompost, füll ihn zwischen die Wurzeln, rüttel den Baum leicht und tritt die Erde fest.
  6. Binde den Baum mit Kokosstrick in Form einer Acht an den Pfahl, eine Handbreit Abstand dazwischen. Bind locker und mit breitem Material, damit nichts einschneidet. Drahtetiketten nimmst du ab, sonst wachsen sie ein.
  7. Form eine Gießmulde von etwa 60 Zentimetern Durchmesser und schlämm den Baum mit 15 bis 20 Litern Wasser ein.
Schnitt durch ein Pflanzloch mit Pfahl, Drahtkorb, Wurzeln, Veredlungsstelle über der Erde und Gießmulde Veredlungsstelleetwa 10 cm über der Erde Achterschlingeeine Handbreit Abstand Pfahl, 2,30–2,50 mzuerst einschlagen Gießmuldeetwa 60 cm, 15–20 Liter DrahtkorbMasche 16–20 mm, mind. 60 cm hoch PflanzlochSohle gelockert
Pflanzloch im Schnitt, schematisch. Maße nach den Quellen in den Schritten oben.
Wühlmausschutz

Wühlmausschutz für junge Apfelbäume

Beim Apfel ist ein Schutz gegen Wühlmäuse Pflicht. Bäume auf schwachen Unterlagen sind am stärksten gefährdet. Der Korb aus Drahtgeflecht hat eine Maschenweite von 16 bis 20 Millimetern und ist mindestens 60 Zentimeter hoch. Er muss so groß sein, dass die Wurzeln in den ersten Jahren ungehindert wachsen können.

Nach dem Pflanzen drückst du den Draht oben dicht an den Stamm. Bind ihn nicht zusammen, das Bindematerial wächst sonst in den Stamm ein. Der Korb schaut einige Zentimeter aus der Erde, so kommen die Mäuse nicht von oben an die Wurzeln. Halt den Boden unter der Krone offen und das Gras im Umkreis kurz, dann nisten sich weniger Wühlmäuse ein.

Gießen und Pflege

Gießen im ersten Jahr

Im ersten Sommer gießt du anfangs jede Woche, später alle zwei Wochen. Bei langer Trockenheit kommt zusätzlich Wasser dazu. In den ersten zwei Jahren gießt du in jeder Trockenphase, am besten morgens oder abends mit Regenwasser direkt an den Stamm. Ein Baum im Kübel braucht die ganze Saison über gleichmäßig feuchte Erde.

Halt die Baumscheibe fünf Jahre lang frei von Gras und Unkraut, damit der Baum Wasser und Nährstoffe für sich hat. Eine zehn Zentimeter dicke Schicht aus verrottetem Grün- oder Häckselkompost hält sie frei, rund um den Stamm bleibt eine Lücke. Triebe, die im Mai und Juni aus dem Stamm wachsen, streifst du ab.

Pflanzschnitt

Der Pflanzschnitt legt die Krone an

Pflanzt du im Frühjahr, schneidest du gleich danach. Nach einer Herbstpflanzung folgt der Schnitt im nächsten Frühjahr. Auf ihm baut der Erziehungsschnitt der folgenden fünf Jahre auf.

Halbstamm und Hochstamm

Such drei bis vier gleich starke Seitentriebe aus, die rund um den Stamm verteilt sind. Sie werden die Leitäste, zu steile Konkurrenztriebe schneidest du weg. Die Leitäste kürzt du um etwa die Hälfte, jeweils über einem Auge, also einer Knospe, die nach außen zeigt. Ihre Spitzen enden danach auf einer Höhe, im Obstbau heißt das Saftwaage. Den Mitteltrieb kürzt du so, dass er mindestens 30 Zentimeter über dem obersten Leitast endet.

Pflanzschnitt an einem Halbstamm: vorher fünf ungleiche Triebe, nachher drei Leitäste auf gleicher Höhe und ein höherer Mitteltrieb vorher Saftwaage mind.30 cm nachher steiler Konkurrenztrieb kommt weg
Pflanzschnitt am Halbstamm, schematisch. Gestrichelt in Pink, was abgeschnitten wird.

Spindel

Eine Spindel brauchst du beim Pflanzen nicht zu schneiden. Entferne nur die Seitentriebe in den unteren 40 bis 60 Zentimetern des Stamms. Die übrigen Seitentriebe bindest du flacher, fast waagerecht, und die Stammverlängerung bleibt ungeschnitten.

Sortenwahl

Apfelsorten für Deutschland: alte und neue

Im Erwerbsanbau wachsen auf 76 Prozent der deutschen Apfelfläche nur zehn Sorten. Viele Handelssorten wie „Golden Delicious“, „Gala“, „Jonagold“, „Elstar“ oder „Braeburn“ sind anfällig oder schwierig im Anbau, im Hausgarten lässt du sie besser weg. Die Vielfalt lebt auf Streuobstwiesen weiter. Die Streuobst-Empfehlung für Rheinland-Pfalz umfasst allein 81 Apfelsorten.

Für den Garten passen Sorten, die wenig unter Schorf und Mehltau leiden, alte wie neue. Schorf ist eine Pilzkrankheit mit braunen Flecken auf Blatt und Frucht, Mehltau zeigt sich als weißer Belag auf der Blattunterseite. Die Re-Sorten aus der Züchtung sind gegen Schorf resistent, meist zusätzlich gegen Mehltau und zum Teil gegen Feuerbrand. Verträgst du rohe Äpfel schlecht, probier „Santana“, „Boskoop“ oder „Sirius“.

SorteReifHält bisWas sie auszeichnet
„Piros“ab Anfang Augustkurzmildsäuerlich, fein aromatisch
„Weißer Klarapfel“Sommerwenige Tage bis 2 Wochenalte Sorte, frosthart, eignet sich als Pollenspender, für Busch und Hochstamm
„Gerlinde“ab Ende Augustkurzschorfresistent, süß mit feiner Säure
„Jakob Fischer“frühAnfang Oktoberalte Sorte, große Früchte, triploid
„Santana“Anfang bis Mitte Septemberkurzschorfresistent, für viele Allergiker verträglich
„Dülmener Rosenapfel“Mitte bis Ende SeptemberNovemberalte Sorte, widerstandsfähig gegen Schorf, Mehltau und Holzfrost, Hochstamm
„Rote Sternrenette“Ende SeptemberFebruaralte Sorte, frosthart, Hochstamm, für Höhen- und Tallagen
„Topaz“Anfang OktoberMärzschorfresistent, saftig und würzig
„Boskoop“Anfang OktoberAprilalte Sorte, säuerlich-würzig, Blüte frostempfindlich, triploid
„Solaris“Anfang bis Mitte OktoberMaischorfresistent, bleibt im Lager fest
„Pilot“ab Anfang OktoberMaigenussreif ab Dezember, nicht schorfresistent
„Rheinischer Bohnapfel“spätMaialte Verwertungssorte mit festem Fleisch, triploid

Äpfel zum Einlagern erntest du eher knapp reif. Pflückreif sind sie, wenn die Grundfarbe von Grün nach Gelbgrün umschlägt.

Befruchtung

Braucht ein Apfelbaum einen zweiten Baum?

Fast immer. Die meisten Apfelsorten tragen nur, wenn eine andere Sorte in der Nähe zur selben Zeit blüht. Im Wohngebiet steht dieser Partner oft schon im Nachbargarten. Als Faustregel stehen die Bäume nicht weiter als 18 Meter auseinander.

Triploide Sorten wie „Boskoop“, „Jakob Fischer“, „Kaiser Wilhelm“ und „Rheinischer Bohnapfel“ bilden fast nur unfruchtbaren Pollen. Sie bestäuben keine anderen Bäume und brauchen selbst zwei weitere Sorten, die einander bestäuben und gleichzeitig blühen. Als Pollenspender eignet sich der „Weiße Klarapfel“.

Woher wir das wissen

Woher wir das wissen

Grundlage sind die Merkblätter der Bayerischen Gartenakademie an der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim zu Veredlungsunterlagen und Apfelsorten, die Broschüre „Apfelanbau im Garten“ des Sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und das sächsische Merkblatt zur Pflanzung von Streuobst. Die Schritte beim Pflanzen stammen von der Obstbauberatung der Stadt Stuttgart und der Landwirtschaftskammer Burgenland, der Spindelschnitt von der Sächsischen Gartenakademie. Für Kübel, Gießen und Befruchtung haben wir die Royal Horticultural Society (RHS) herangezogen.

Die Zahlen zur Sortenvielfalt stammen aus einem Tagungsband des Julius-Kühn-Instituts, die Sortenliste für Streuobst vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz und dem Pomologen-Verein. Für Sortenempfehlungen in deiner Region ist der Pomologen-Verein Ansprechpartner. Die Angaben zu Wurzeltiefe und Wuchs kommen aus Feldversuchen in Rumänien und Japan. Das Sortenblatt zum „Weißen Klarapfel“ stammt von Arche Noah.

Braucht MM106 einen Pfahl?

Das LfULG führt MM106 als standfest, die LWG hält einen Stützpfahl für nötig. Der Finder rät zum Pfahl.

Wie groß das Pflanzloch?

Das LfULG empfiehlt das doppelte Volumen des Wurzelballens. Die Stuttgarter Obstbauberatung gräbt nur etwas größer als die Wurzeln, damit der gewachsene Boden erhalten bleibt.

So entscheidet der Baum-Finder

Der Platz bestimmt die Unterlage. Kübel und kleiner Garten führen zu M9, Rasen und größerer Garten zu MM106, die Streuobstwiese zum Sämling. Dein Wunsch wählt aus den Sortenlisten von LWG, LfULG und Arche Noah die Sorten, die zu Baumform und Ziel passen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Apfelbaum pflanzen

Wann ist die beste Zeit, einen Apfelbaum zu pflanzen?

Der späte Herbst. Wurzelnackte Bäume pflanzt du von Mitte Oktober bis Ende März an frostfreien Tagen in aufgetauten, abgetrockneten Boden. Containerbäume gehen das ganze Jahr, nur bei Hitze und Trockenheit wachsen sie schlechter an.

Wie pflanze ich einen Apfelbaum richtig ein?

Grab ein Loch, leg einen Drahtkorb gegen Wühlmäuse hinein und schlag den Pfahl ein, bevor der Baum ins Loch kommt. Die Veredlungsstelle bleibt rund zehn Zentimeter über der Erde. Danach bindest du den Baum in einer Acht an und schlämmst ihn mit 15 bis 20 Litern ein.

Wie schnell wächst ein Apfelbaum?

Das hängt an der Unterlage. In einem Versuch waren Bäume auf M9 nach zwölf Jahren 2,6 bis 3,5 Meter hoch, auf MM106 4,6 bis 5,4 Meter. Die ersten Äpfel trägt ein Baum auf M9 im zweiten oder dritten Standjahr, ein Sämling im sechsten bis achten.

Wie tief gehen die Wurzeln eines Apfelbaums?

Die meisten aktiven Wurzeln sitzen in den oberen 40 Zentimetern, fast alle im ersten Meter. Schwach wachsende Unterlagen wie M9 wurzeln wenig verzweigt und brauchen ihr Leben lang einen Pfahl.

Wie viel Platz braucht ein Apfelbaum?

Eine Spindel auf M9 braucht zwei bis drei Meter Abstand, ein Baum auf MM106 etwa vier Meter. Ein Hochstamm auf Sämling braucht rund 80 Quadratmeter. Auf der Streuobstwiese stehen Apfelbäume etwa zwölf Meter auseinander.

Welche Apfelsorten eignen sich für Deutschland?

Für den Garten passen Sorten, die wenig unter Schorf und Mehltau leiden. Bewährte alte Sorten sind „Dülmener Rosenapfel“ und „Rote Sternrenette“. Unter den neuen gelten „Topaz“, „Santana“ und „Rebella“ als zuverlässig. Handelssorten wie „Elstar“ oder „Gala“ sind im Hausgarten zu anfällig.

Braucht ein Apfelbaum einen Befruchter?

Ja, die meisten Sorten brauchen eine zweite Sorte, die zur selben Zeit blüht und nicht weiter als etwa 18 Meter entfernt steht. Triploide Sorten wie „Boskoop“ brauchen zwei weitere Sorten.

Kann ich einen Apfelbaum im Kübel halten?

Ja, wenn er auf M9 oder M26 veredelt ist. Der Kübel hat mindestens 45 Zentimeter Durchmesser und ist mit lehmhaltiger Erde gefüllt. Alle paar Jahre topfst du im Frühjahr um.

Weiterlesen
Quellen

Quellen

  1. Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (Hrsg.), Kröling, Christian; Metzner, Sylvia: Apfelanbau im Garten. 4., veränderte Auflage, Dresden 2016. publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/13415/documents/36745
  2. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Bayerische Gartenakademie: Veredlungsunterlagen von Obstgehölzen für den Hausgarten. Merkblatt 3101, aktualisiert Juli 2016. www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/3101_-_ve…
  3. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Bayerische Gartenakademie: Veredlungsunterlagen von Apfelbäumen. Faltblatt, Stand September 2021. www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/3101b_ver…
  4. Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft: Merkblatt zu Maßnahmen der Richtlinie NE/2023, Pflanzung Obstgehölze (Streuobstbestände/Obstbaumreihen), A.1. Stand April 2024. smul-foerderung.sachsen.de/download/20240410_MB_A1_Streuobst…
  5. Landeshauptstadt Stuttgart, Liegenschaftsamt, Beratungsstelle für Obstbau (Siegele, Andreas): Pflanzung von Obstbaum-Hochstämmen. Merkblatt, 2022. www.stuttgart.de/medien/ibs/obstbaumpflanzung-hochstamm22.pd…
  6. Strebl, Heimo (Landwirtschaftskammer Burgenland): Obstbäume jetzt sorgfältig pflanzen. 3. März 2025. bgld.lko.at/obstb%C3%A4ume-jetzt-sorgf%C3%A4ltig-pflanzen+24…
  7. Großmann, Gerd (LfULG, Sächsische Gartenakademie): Der Pflanzschnitt von Obstgehölzen. Besonderheiten bei Spindelerziehung und Pfirsich. Gartentipp. www.gartenakademie.sachsen.de/download/Pflanzschnitt_bei_Obs…
  8. Royal Horticultural Society: Apples. Grow your own (Auswahl, Pflanzung, Kübel, Gießen). www.rhs.org.uk/fruit/apples/grow-your-own
  9. Royal Horticultural Society: Fruit basics. Fruit pollination. www.rhs.org.uk/advice/beginners-guide/fruit-basics/fruit-pol…
  10. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Bayerische Gartenakademie: Die Favoriten der Apfelsorten für den Haus- und Kleingarten. Merkblatt 3162, aktualisiert Mai 2016. www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/apfelsort…
  11. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Bayerische Gartenakademie: Apfelsorten, auch noch für rauere Lagen (Teil 1). www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/apfelsort…
  12. Arche Noah: Weißer Klarapfel. Sommerapfel. Sortenbeschreibung, Schiltern. www.arche-noah.at/media/weisser_klarapfel.pdf
  13. Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum und Pomologen-Verein: Obstsortenliste. Streuobst-Sortenempfehlungsliste für Rheinland-Pfalz, 2018. www.bund-lemgo.de/download/DLR_Streuobstsortenliste.pdf
  14. Julius-Kühn-Institut (Hrsg.): Nutzung der Obstsortenvielfalt in der Züchtung. Tagungsband, 14. und 15. November 2017. Darin Grußwort Braune, Ingo (BMEL) und Ziegler, Matthias; Klaus, Marius (BLE). www.julius-kuehn.de/media/3_Institute/ZO/Tagungsbeitraege/Ta…
  15. Tanasescu, N.; Paltineanu, C.: Root distribution of apple tree under various irrigation systems within the hilly region of Romania. International Agrophysics 18 (2004), S. 175–180. agro.icm.edu.pl/agro/element/bwmeta1.element.agro-article-d4…
  16. Tsuchiya, Shichiro: Dwarfing Rootstocks of Apple. Japan Agricultural Research Quarterly 13 (1979), Nr. 4, S. 242–246. www.jircas.go.jp/sites/default/files/publication/jarq/13-4-2…

Zeichnungen: Rankwerk, schematisch nach den angegebenen Quellen.