Nützlinge im Garten: erkennen, anlocken, kaufen
Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und Schlupfwespen halten die Blattläuse klein, Laufkäfer, Igel und Blindschleichen gehen auf Schneckenjagd. Sie bleiben, wenn sie Blüten, Verstecke und im Frühjahr ein paar Blattläuse finden. Gekaufte Nützlinge kommen vor allem im Gewächshaus zum Einsatz, zunehmend auch im Hobbygarten. Welche Helfer gegen deine Schädlinge arbeiten, zeigt der Nützlings-Finder.
Doldenblüten und Korbblüten zwischen das Gemüse: Dill, Petersilie, Möhren, Schafgarbe, Ringelblume und Margerite füttern Schwebfliegen, Florfliegen und Schlupfwespen.
Laub, Reisig, Steine und Totholz liegen lassen: Dort finden Marienkäfer, Laufkäfer, Igel und Blindschleichen Unterschlupf.
Im Frühjahr ein paar Läuse dulden und keine Insektizide spritzen: Die ersten Blattläuse sind das Futter, mit dem die Helfer ihre Brut aufziehen.
Freund oder Feind? Diese Tiere lässt du leben
Viele Nützlinge sehen als Larve ganz anders aus als die erwachsenen Tiere. Leg die Bilder neben deine Pflanze, bevor du etwas absammelst.
NützlingLänglich, dunkel, gelbe oder orange FleckenMarienkäferlarve
NützlingFlach, mit Zangen am KopfFlorfliegenlarve
NützlingBeinlose Made mitten in den LäusenSchwebfliegenlarve
NützlingHarte, hellbraune Kugeln, teils mit LochBlattlausmumien
NützlingGelbe Kokons an einer RaupeWeißlingstöter
NützlingZange am HinterleibOhrwurm
Fotos über Wikimedia Commons, zugeschnitten. Einzelnachweise unter den Quellen.
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Foto hochladen und erfahren, ob ein Schädling oder ein Helfer auf deiner Pflanze sitzt. Drei Fragen am Tag sind frei.
Wer hilft gegen deine Schädlinge?
Zwei Fragen. Der Finder zeigt, welche Helfer schon in deinem Garten arbeiten, wie du sie hältst und was du dazukaufen kannst.
Gegen Blattläuse arbeitet eine ganze Mannschaft.
- Marienkäfer: bis zu 150 Läuse am Tag.
- Florfliegenlarven: 500 bis 700 Läuse in zwei bis drei Wochen.
- Schwebfliegenlarven: 150 bis 900 Läuse je Larve.
- Blattlausschlupfwespen, Gallmücken, Blumenwanzen und Ohrwürmer.
So gehst du vor
- Im Garten
- Säe Dill, Petersilie, Ringelblume oder Schafgarbe zwischen das Gemüse.
- Lass im Frühjahr ein paar Läuse sitzen, sie sind das erste Futter der Helfer.
- Häng an Obstbäumen einen Ohrwurmtopf auf.
- Verzichte vom Frühjahr bis zum Frühsommer auf Insektizide.
- Unter Glas
- Setz Florfliegenlarven ein, sie arbeiten schon ab 5 °C.
- Oder Blattlausschlupfwespen nach Bestimmung der Art, über 13 °C, von März bis Oktober.
Marienkäfer, Florfliege, Schwebfliege und Co.
Wo Blattläuse sitzen, legen ihre Feinde ihre Eier ab. Die Larven fressen sich durch die Kolonie, die erwachsenen Tiere leben oft von Pollen, Nektar und dem Honigtau der Läuse.
Marienkäfer

In Deutschland leben rund 80 Marienkäferarten. Ihre Grundfarbe reicht von Schwarz über Rot bis Hellgelb, je nach Art tragen sie zwei bis über zwanzig Punkte. Die Zahl der Punkte verrät die Art, das Alter des Käfers zeigt sie nicht. Ein Siebenpunkt-Marienkäfer frisst bis zu 150 Blattläuse am Tag, seine Larve in rund vier Wochen Entwicklung 400 bis 600. Manche Arten fressen auch Schildläuse und Spinnmilben.
- Erkennen
- Gelbe Eier in Gruppen auf der Blattunterseite, daraus dunkle, gelb gepunktete Larven.
- Frisst
- Vor allem Blattläuse, je nach Art auch Schild- und Wollläuse, Spinnmilben oder Mehltau.
- So hilfst du
- Laub unter Sträuchern liegen lassen, dort überwintern die Käfer.
Florfliege

Die zartgrüne Florfliege mit den goldschimmernden Augen heißt auch Goldauge. Sie lebt von Pollen und Honigtau. Ihre Larve, der Blattlauslöwe, packt die Beute mit zwei kräftigen Zangen und saugt sie aus. In zwei bis drei Wochen vertilgt sie 500 bis 700 Blattläuse, dazu Thripse, Spinnmilben und andere kleine Insekten.
- Erkennen
- Eier auf bis zu zehn Millimeter langen Stielen, flache Larven mit Zangen am Kopf.
- Frisst
- Blattläuse, Thripse, Spinnmilben, kleine Raupen.
- So hilfst du
- Blüten fürs Goldauge und geschützte Winterplätze, etwa in trockenem Laub oder im Haus.
Schwebfliegen

Schwebfliegen sehen aus wie kleine Wespen, stehen in der Luft und fliegen geräuschlos. Sie sind völlig harmlos und leben von Pollen und Nektar. Ein Weibchen der Hain-Schwebfliege legt rund 500 Eier gezielt in Blattlauskolonien. Jede Larve frisst bis zur Verpuppung nach 8 bis 14 Tagen 150 bis 900 Läuse. Die Hain-Schwebfliege wandert und fliegt sogar über die Alpen.
- Erkennen
- Beinlose, oft bunt gefärbte Maden in der Kolonie, tropfenförmige Puppen.
- Frisst
- Die Larven Blattläuse und Blattsauger, die Fliegen Pollen und Nektar.
- So hilfst du
- Ein reiches Angebot an Pollen und Nektar.
Schlupfwespen und Brackwespen

Die winzigen Wespen legen ihre Eier in andere Insekten. Jede Art hat ihre eigenen Wirte, von Blattläusen über Schmetterlingseier bis zur Weißen Fliege. Ein Weibchen der Kohlblattlausschlupfwespe sticht in wenigen Tagen über 500 Mehlige Kohlblattläuse an. Die Larve frisst die Laus von innen, übrig bleibt eine harte, hellbraune Kugel, die Mumie. Hat sie ein Loch, ist die nächste Wespe schon ausgeflogen.
Am Kohl arbeitet der Weißlingstöter, eine Brackwespe. Sie legt 30 bis 50 Eier in eine junge Kohlweißlingsraupe, die Larven fressen sie von innen leer und verpuppen sich in gelben Kokons neben der Raupe. Diese Kokons gelten oft als Raupeneier, lass sie sitzen. Mehr zum Schädling steht im Artikel Kohlweißling bekämpfen.
- Erkennen
- Mumien in der Läusekolonie, gelbe Kokons an Raupen.
- Frisst
- Die Larven ihren Wirt, die Wespen Pollen, Nektar und Honigtau.
- So hilfst du
- Mumien und Kokons an der Pflanze lassen, Doldenblüten wie Dill und Fenchel säen.
Blumenwanzen und Gallmücken

Unter den Wanzen gibt es eifrige Jäger. Die Waldblumenwanze wird nur vier Millimeter groß, sticht Spinnmilben, Blattläuse, Blattsauger und kleine Raupen mit ihrem Rüssel an und saugt sie aus. Eine erwachsene Raubwanze schafft am Tag einige Hundert Milben oder Dutzende Blattläuse. Die orangeroten Larven der Blattlaus-Gallmücke sind nur zwei Millimeter lang und saugen bevorzugt junge Läuse aus.
- Erkennen
- Wanze mit Saugrüssel vorn am Kopf und glänzenden Vorderflügeln, orange Maden in der Kolonie.
- So hilfst du
- Die Wanzen überwintern unter Rinde und im Laub am Boden.
Laufkäfer, Ohrwurm, Igel und Blindschleiche
Viele Helfer arbeiten, während du schläfst. Tagsüber sitzen sie unter Steinen, Laub und Brettern, nachts gehen sie auf die Jagd.
Laufkäfer

Rund 500 Laufkäferarten leben in Deutschland, bei den meisten jagen Käfer und Larven. Auf ihrem Speiseplan stehen Raupen, Puppen, Schnecken und Schneckeneier, Drahtwürmer und Erdraupen. Der Hain-Laufkäfer frisst am Tag bis zum Dreifachen seines Körpergewichts.
- Erkennen
- Flinke Käfer mit oft metallisch glänzenden Flügeldecken, tagsüber an schattigen, feuchten Stellen.
- So hilfst du
- Laub und Steine liegen lassen. Gießtöpfe neben den Pflanzen setzt du mit dem Rand über die Erde, ebenerdig eingegraben werden sie zur Falle für Laufkäfer.
Ohrwurm

Der Ohrwurm jagt nachts Blattläuse, Milben und kleine Raupen und frisst auch Pilze und Aas. Findet er zu wenig, knabbert er an Blüten und weichen Früchten. Im Obstbaum hilft er gegen Läuse, im Gemüsebeet hängst du sein Quartier dort auf, wo Blattläuse sitzen. Seine Zange braucht er vor allem bei der Paarung.
Ohrwurmtopf bauen
- Einen Tontopf mit 10 bis 15 cm Durchmesser mit Stroh, Heu oder Holzwolle füllen. Plastiktöpfe werden zu heiß.
- Das Bündel mit Draht an einem Holzstäbchen befestigen, den Draht durch das Abzugsloch fädeln.
- Den Topf schattig aufhängen, mit der Öffnung nach unten und am Stamm oder Ast anliegend, im Beet auf einen Stock stecken.
- Zieht niemand ein, den Topf eine Weile auf den Boden oder ins Beet legen.
Igel

Der Igel frisst nachts Käfer, Schnecken, Spinnen, Regenwürmer und Tausendfüßer. Er braucht eine Ecke, in der Reisig, Totholz und Herbstlaub liegen bleiben, und Durchgänge von mindestens 10 mal 10 cm im Zaun, damit er von Garten zu Garten kommt. Mähroboter gefährden ihn, besonders nachts.
Blindschleiche

Die Blindschleiche ist eine beinlose Echse und wird bis zu 50 cm lang. Sie frisst vor allem Schnecken und Regenwürmer, dazu Insekten und Spinnen. Sie mag Steinhaufen zum Sonnen, Baumstümpfe, dichtes Gehölz, locker geschichtete Laub- und Komposthaufen und eine Wasserstelle in Bodennähe.
Gegen Schnecken helfen auch Erdkröte, Spitzmaus und Leuchtkäfer. Stein- und Reisighaufen geben ihnen Verstecke. Bei vielen Spanischen Wegschnecken kommst du mit Schneckenzaun und Absammeln am schnellsten voran. Schneckenkorn mit Eisen-III-Phosphat schont Laufkäfer und Regenwürmer, Igel sind nicht gefährdet. Alle Wege gegen Schnecken stehen im Artikel Schnecken im Garten.
Vögel sammeln Raupen ab

Viele Singvögel sammeln Raupen und andere Tiere von den Pflanzen. Bäume und Sträucher geben ihnen Brutplätze und Nahrung, dazu kommen künstliche Nistplätze. Auch Fledermäuse zählen zu den wichtigen Helfern.
So ziehen die Helfer bei dir ein
Je vielfältiger dein Garten, desto mehr Arten finden darin Platz und desto verlässlicher halten sie die Schädlinge klein.
- Blüten vom Frühjahr an. Winterlinge und andere Frühblüher liefern den ersten Pollen. Danach Doldenblüten wie Wiesenkerbel, Dill, Petersilie und Möhren, Korbblüten wie Schafgarbe, Ringelblume und Margerite, dazu Kräuter, Holunder und blühenden Lauch, gern als bunte Tupfer mitten im Gemüse. Neben Kohl mit solchen Blüten sitzen nachweislich weniger Blattläuse.
- Verstecke für den Winter. Laub- und Astmulch unter Sträuchern, Reisig-, Totholz- und Steinhaufen, Hecken, Polsterstauden und bewachsene Trockenmauern. Stauden schneidest du erst im Frühjahr zurück.
- Nisthilfen und Wasser. Insektenhotels aus Holz, Lehm und Strohbündeln, dazu Wasser.
- Ein paar Läuse dulden. Im zeitigen Frühjahr sind Blattläuse an Büschen und Wildpflanzen die erste Nahrung: Marienkäfer brauchen sie, um geschlechtsreif zu werden, Schlupfwespen als Wirte für ihre Eier.
- Keine Insektizide vom Frühjahr bis zum Frühsommer. In dieser Zeit vermehren sich die Nützlinge und reagieren besonders empfindlich. Wenn überhaupt, dann nützlingsschonende Mittel.
- Blumenwiese statt Rasen. Nicht düngen und zwei- bis dreimal im Jahr abschnittsweise mähen.
Welche Blüten neben welches Gemüse passen, zeigt der Artikel Mischkultur und Fruchtfolge. Locker geschichtete Kompost- und Laubhaufen geben Blindschleichen Unterschlupf. Wie du einen Komposthaufen anlegst, steht im Artikel Kompost anlegen. Wie du den ganzen Garten naturnah gestaltest, mit Wiese, Hecken, Nistkästen und Trockenmauer, zeigt der Artikel Naturgarten anlegen.
Wann sich gekaufte Nützlinge lohnen
Gekaufte Nützlinge kommen vor allem in Gewächshäusern zum Einsatz, zunehmend auch im Hobbygarten. Es sind Lebewesen mit eigenen Ansprüchen: Halte dich an die Anleitung des Züchters und bring sie zum richtigen Zeitpunkt aus.
| Nützling | Gegen | Braucht |
|---|---|---|
| Florfliegenlarven | Blattläuse, Spinnmilben, Thripse, Woll- und Schmierläuse | über 5 °C, kaum Ansprüche an die Luftfeuchte |
| Blattlausschlupfwespen | Blattläuse, nach Bestimmung der Art | über 13 °C, März bis Oktober |
| Larven des Zweipunkt-Marienkäfers | Blattläuse im Garten | Anleitung des Züchters |
| Raubmilben (Phytoseiulus) | Spinnmilben | Luftfeuchte über 60 % |
| Encarsia-Schlupfwespen | Weiße Fliege | 18 °C, 60 bis 70 % Luftfeuchte, mindestens 4200 Lux, März bis Oktober |
| Nematoden (Steinernema), Raubmilben (Hypoaspis) | Larven der Trauermücken, Thripse | Nematoden werden angegossen, Raubmilben auf die Erde gestreut |
| Schneckennematoden (Phasmarhabditis) | Genetzte Ackerschnecke | am besten zusammen mit Schneckenzaun und Absammeln |
Gegen Trauermücken in Töpfen hilft der Artikel Trauermücken loswerden mit eigenem Rechner.
Schädling oder Helfer?
Lad ein Foto hoch. Der Doktor sagt dir, wer da sitzt und was du tun kannst.
Foto zeigenNützlinge frisch vom Züchter
Lebende Nützlinge direkt vom Züchter, an dem Tag, an dem dein Plan sie braucht.
In VorbereitungSaatgut-Box „Bienenbuffet“
Blühende Kräuter wie Thymian und Oregano fürs Beet. Kräuter in Blüte füttern viele Nützlinge.
Zur BoxHäufige Fragen zu Nützlingen
Welche Nützlinge gibt es im Garten?
Unter den Insekten sind Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen, Schlupf- und Brackwespen, Raubwanzen, Gallmücken, Laufkäfer und Ohrwürmer die wichtigsten. Dazu kommen Vögel, Fledermäuse, Igel, Spinnen, Kröten, Spitzmaus und Blindschleiche.
Welche Nützlinge fressen Blattläuse?
Marienkäfer und ihre Larven, Florfliegen- und Schwebfliegenlarven, Blattlausschlupfwespen, die Larven der Blattlaus-Gallmücke, Blumenwanzen und Ohrwürmer. Ein Siebenpunkt-Marienkäfer frisst bis zu 150 Läuse am Tag.
Ist der Ohrwurm ein Nützling?
Ja. Er frisst nachts Blattläuse, Milben und kleine Raupen. Fehlt ihm Futter, geht er auch an Blüten und weiche Früchte.
Welche Nützlinge helfen gegen Schnecken?
Laufkäfer, Igel, Blindschleiche, Erdkröte, Spitzmaus und Leuchtkäfer. Verstecke wie Stein- und Reisighaufen holen sie in den Garten. Gegen die Genetzte Ackerschnecke wirken Schneckennematoden.
Lohnt es sich, Marienkäferlarven zu kaufen?
Larven des heimischen Zweipunkt-Marienkäfers gibt es für den Garten zu kaufen. Gekaufte Nützlinge kommen vor allem unter Glas zum Einsatz. Draußen hältst du die Helfer, die schon da sind, mit Blüten und Verstecken.
Welche Nützlinge helfen gegen Trauermücken?
Nematoden der Gattung Steinernema, angegossen, und Raubmilben der Gattung Hypoaspis, auf die Erde gestreut. Beide gehen an die Larven.
Wie sieht eine Marienkäferlarve aus?
Länglich, dunkel und mit gelben oder orangen Flecken, je nach Art auch anders gefärbt. Sie sitzt dort, wo Blattläuse sind.
Wie locke ich Nützlinge in den Garten?
Mit Dolden- und Korbblüten vom Frühjahr an, Laub-, Reisig- und Steinhaufen als Winterquartier, Nisthilfen und Wasser, ein paar geduldeten Läusen im Frühjahr und ohne Insektizide.
