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Pflanzendoktor · NährstoffeAktualisiert am 6. November 2026

Nährstoff­mangel erkennen: was gelbe Blätter verraten

Wo die Verfärbung beginnt, verrät den Nährstoff. Stickstoff, Kalium und Magnesium wandern in der Pflanze zu den jungen Trieben, ihr Mangel zeigt sich deshalb zuerst an den älteren Blättern. Eisen, Bor und Calcium bleiben, wo sie eingebaut sind, ihr Mangel trifft junge Blätter, Triebspitzen und Früchte. Gleichmäßig hellgelbe alte Blätter bedeuten meist Stickstoffmangel, gelbe junge Blätter mit grünen Adern Eisenmangel.

Mangold aus Vilmorin-Andrieux, Les plantes potagères. Gemeinfrei.
Im Blick behalten

Gelb zwischen grünen Adern, dunkel- bis violette Blätter oder braune Blattränder: Eisen-, Phosphat-, Magnesium- oder Kaliummangel. Oft liegt es am pH-Wert, an Kälte, Nässe oder verdichtetem Boden, nicht an fehlendem Dünger. Eine Bodenprobe klärt es.

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Ältere Blätter gleichmäßig hellgelb, die Pflanze kümmert, oder Früchte mit dunklem Boden: Stickstoffmangel oder Calciummangel durch Wassermangel. Dünge Stickstoff nach oder gieß gleichmäßig.

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Wie sieht deine Pflanze aus?

Schau zuerst, ob die älteren unteren oder die jungen oberen Blätter betroffen sind. Jede Zeichnung führt zum passenden Nährstoff.

Zeichnungen: Rankwerk, schematisch.

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  • Ältere Blätter vergilben flächig, die Pflanze wächst schwach mit dünnen Trieben.

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    • Gib Stickstoff zur Saat oder Pflanzung, je nach Gemüse 50, 100 oder 150 g Horndünger pro m².
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Stickstoffmangel: alte Blätter gleichmäßig hellgelb

Zeichnung: ältere Blätter gleichmäßig hellgelb, junge Blätter grün
Stickstoffmangel, Zeichnung.

Stickstoff braucht die Pflanze vor allem für Triebe und Blätter. Fehlt er, wächst sie schwach mit dünnen Trieben und verzweigt sich wenig. Die Blätter vergilben flächig, im Extremfall auch rötlich. Am stärksten trifft es die älteren Blätter, weil die Pflanze den Stickstoff in die jungen verlagert.

Dünge mit einem schnell wirkenden organischen Dünger nach, etwa Hornmehl, das nach etwa sechs Wochen ganz umgesetzt ist. Wie viel jedes Gemüse braucht, rechnet der Dünge-Rechner im Artikel Gemüse düngen aus.

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Phosphatmangel: dunkelgrün bis violett

Die Pflanze wächst schwächer, die Blätter werden dunkel- bis stumpfgrün. Hält der Mangel an, färben sich vor allem ältere Blätter rot bis violett. Meist ist genug Phosphat im Boden: 86 % der untersuchten bayerischen Gartenböden waren hoch bis sehr hoch damit versorgt. Die Pflanze kommt nur nicht heran, wenn der pH-Wert unter 5,5 oder über 7 liegt, wenn der Boden kalt, nass, trocken oder verdichtet ist.

Dann hilft Phosphatdünger nicht. Verbessere den Boden: lockern, Staunässe ableiten, gleichmäßig gießen und den pH-Wert per Bodenprobe prüfen.

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Kaliummangel: schlappe Blätter, braune Ränder

Zeichnung: ältere Blätter mit gelbem, braun abgestorbenem Rand
Kaliummangel, Zeichnung.

Das erste Zeichen ist oft die Welketracht: Obwohl genug Wasser da ist, hängen die Blätter schlapp herab und rollen sich ein. Danach vergilben ältere bis mittelalte Blätter von den Rändern und zwischen den Adern her, bald stirbt das gelbe Gewebe ab. Gemüse schmeckt dann schlechter und hält sich kürzer.

Rund ein Fünftel der untersuchten bayerischen Gartenböden war mit Kalium unterversorgt, mehr als die Hälfte dagegen hoch bis sehr hoch. Ob dir Kalium fehlt, zeigt eine Bodenprobe. Fehlt es, nimmst du Kalisulfat oder Kalimagnesia. Kompost bringt Kalium mit, 3 Liter pro Quadratmeter rund 27 Gramm.

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Magnesiummangel: gelb zwischen grünen Hauptadern

An älteren Blättern vergilbt zuerst die Blattmitte, später der Rand. Die Hauptadern und das Gewebe direkt daneben bleiben grün. Im Gartenboden ist Magnesiummangel selten, die meisten Gartenböden sind sehr gut versorgt. Sehr viel Kalium im Boden kann ihn aber auslösen, weil beide Nährstoffe um die Aufnahme konkurrieren. Fehlt Magnesium laut Bodenprobe, hilft Bittersalz oder Kalimagnesia.

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Calciummangel: Blütenendfäule und Innenbrand

Calcium wandert nur mit dem Wasserstrom durch die Pflanze. Darum leiden junge Teile und Früchte, die wenig verdunsten: Triebspitzen vergilben, verformen sich und sterben ab. Typisch sind Blütenendfäule an Tomaten, Innenbrand an Salat und Stippe am Apfel.

Im Boden ist fast immer genug Calcium. Kalken hilft deshalb nicht, die Pflanze bekommt es nur nicht an die richtige Stelle.

  1. Gleichmäßig gießen, damit der Wasserstrom nicht abreißt.
  2. Bei Tomaten ältere Blätter entfernen, dann verdunsten die Früchte mehr.
  3. Maßvoll mit Stickstoff düngen und Kalium nicht überdosieren. Bei Salat bremst weniger Stickstoff das zu schnelle Wachstum.

Wie Blütenendfäule an Paprika aussieht, steht im Artikel Schwarze Flecken an der Paprika.

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Eisen, Bor und Spurennährstoffe: junge Blätter

Zeichnung: junge Blätter gelb zwischen grünen Adern
Eisenmangel, Zeichnung.

Spurennährstoffe bleiben, wo sie eingebaut sind, ihr Mangel zeigt sich zuerst an jungen Blättern. Gelb zwischen grün bleibenden Adern gilt als Zeichen für Eisenmangel. Manganmangel sieht ähnlich aus, oft fehlen mehrere Spurennährstoffe zugleich.

Die meisten Böden enthalten genug davon, die Pflanze kommt nur bei zu hohem pH-Wert nicht heran. Diese Kalkchlorose ist vor allem Eisenmangel. Den pH-Wert zu senken hilft dann mehr als Dünger. Auch viel Phosphat, Kälte, verdichteter, trockener oder nasser Boden bremsen die Aufnahme.

Bormangel erkennst du an jungen Blättern, die zusätzlich verdickt und brüchig sind. Die Triebspitze kann absterben, Blüten und Früchte bleiben aus oder verkrüppeln. Bor verträgt keine Überdosis: Schon eine zu großzügige Gabe kann empfindliche Pflanzen schädigen, und auch Holzasche enthält nennenswert Bor.

Schwefel

Junge Blätter vergilben flächig. Schwefelmangel ist im Garten unwahrscheinlich, weil Humus und viele Kalium- und Magnesiumdünger Schwefel liefern.

Vorbeugen

Gut versorgt von Anfang an

  1. Bodenprobe alle 4 bis 5 Jahre. Sie zeigt Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium, dazu sollte Magnesium kommen. Den Humusgehalt lässt du alle 6 bis 10 Jahre bestimmen.
  2. Kompost als Grunddüngung, höchstens 3 Liter pro Quadratmeter im Frühjahr. Er deckt Phosphat ganz und Kalium zum großen Teil.
  3. Stickstoff nach Bedarf, je nach Gemüse 50, 100 oder 150 g Horndünger pro Quadratmeter.
  4. Boden locker und gleichmäßig feucht halten, damit die Wurzeln an die Nährstoffe kommen.

Zu viel Stickstoff macht Pflanzen dunkelgrün, weich und blattreich. Dann blühen und fruchten sie schlechter, Schädlinge dringen leichter ein, und das Gemüse enthält mehr Nitrat.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Nährstoffmangel

Warum werden die unteren Blätter gelb?

Gleichmäßig hellgelbe ältere Blätter zeigen meist Stickstoffmangel. Die Pflanze verlagert den Stickstoff in die jungen Blätter.

Was bedeuten gelbe Blätter mit grünen Adern?

An jungen Blättern meist Eisenmangel, oft durch einen zu hohen pH-Wert. An älteren Blättern, bei denen die Hauptadern und das Gewebe daneben grün bleiben, eher Magnesiummangel.

Warum werden Blätter lila?

Dunkelgrüne bis rotviolette ältere Blätter deuten auf Phosphatmangel. Oft ist genug Phosphat im Boden, die Pflanze kommt bei Kälte, Nässe, Verdichtung oder falschem pH-Wert nur nicht heran.

Hilft Kalk gegen Blütenendfäule?

Nein. Im Boden ist meist genug Calcium. Die Frucht bekommt es nur bei gleichmäßiger Wasserversorgung, deshalb hilft gleichmäßiges Gießen.

Wie erkenne ich Kaliummangel?

Die Blätter hängen schlapp, obwohl genug Wasser da ist. Danach vergilben ältere Blätter von den Rändern her und sterben dort ab.

Woran erkenne ich zu viel Dünger?

Zu viel Stickstoff macht die Blätter dunkelgrün und weich, die Pflanze treibt viel Laub und wenig Blüten. Bor schadet schon bei leichter Überdosis.

Quellen

Quellen

  1. Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V. mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Institut für Gartenbau: In fünf Schritten zur erfolgreichen Düngung. Reihe „Düngung im Garten“, Bericht 2, Abschnitt „Informationen zu Nährstoffen“. www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/duengungs…
  2. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Bayerische Gartenakademie: Hinweise zur praktischen Handhabung der Düngung im Gemüsegarten. Merkblatt 2202, Dezember 2020. www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/infoschri…

Stich: Mangold aus Vilmorin-Andrieux, Les plantes potagères, gemeinfrei. Zeichnungen der Mangelbilder: Rankwerk, schematisch nach den Beschreibungen der Quelle 1.

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